Nachrufe 8 9 Gespräch der kleinen Kathedrale im Tal mit der grossen Basilika auf dem Berg ein Luftkissen, das ihn anhebt.“ „Außerdem hat man Angst, dass der Wal sich das nicht gefallen lässt und dass die Rettungsaktion tödlich endet“, ergänzte die Basilika. „Warum lässt man den Timmy nicht einfach in Ruhe sterben?“, meinte die ‚kleine Kathedrale‘. „Der riesige Meeressäuger, zu dem viele wegen seines Namens eine persönliche Beziehung entwickelt haben, soll nicht vor aller Augen an menschlicher Untätigkeit zugrunde gehen, er soll ein Hoffnungsbild werden für die Einsatzbereitschaft von Menschen und für die technischen Möglichkeiten“, antwortete die Basilika. „Da wollen also Experten zeigen, dass sie es praktisch hinbekommen, den Wal in den Atlantik zurückzubringen“, reagierte die ‚kleine Kathedrale‘ darauf. „Der Wal hat zu lange überlebt, als dass er jetzt einfach sterben dürfte“, meinte die Basilika, „An der Geschichte des gestrandeten Wals zeigt sich, welche Macht Fernsehbilder, Geschichten und Emotionen heute haben. Außerdem erinnert Timmy an die biblische Geschichte von Jona. Wal Timmy bewegt die Welt.“ P. Maximilian Wagner Annegret Geuß die „Bürgermeisterin“ von Grundfeld († 15.10.2025) Annegret war ein sehr kommunikationsfreudiger Mensch, sie war gerne unter Menschen und auch viel im Dorf unterwegs. Alle Menschen waren bei ihr daheim willkommen und bekamen einen Kaffee und eine Brotzeit. Als sie Anfang 2025 ins BRK-Pflegeheim am Weidengarten in Lichtenfels einziehen konnte, blühte sie wieder auf und kleidete sich stets schick mit einem passenden Halstuch zum Pulli. Oft hörte man sie sagen: „Hier geht es mir gut, ich bin bestens versorgt. Es ist wie im Hotel Adlon in Berlin. Ich habe hier feine Leute um mich herum.“ War sie früher gern nach Vierzehnheiligen gekommen, um dort zu beten und dem Herrgott und der Gottesmutter ihr Herz auszuschütten, ersetzte nun eine Gebetsecke in ihrem Zimmer dieses Bedürfnis. Anna Hennig († 02.02.2026) war examinierte Krankenschwester und übte diesen Beruf im Krankenhaus Scheßlitz und im Klinikum Lichtenfels mit viel Herzblut und in christlicher Nächstenliebe aus. Sie war immer für die Menschen da. Am 30. November 1974 heiratete sie in der Basilika Vierzehnheiligen Alfons Hennig, der sich als affiliiertes Mitglied der Franziskanerprovinz für unsere Wallfahrtskirche und unser Kloster ehrenamtlich fleißig einbringt. Am 1.12.2024 konnten beide in der Basilika noch ihre Goldhochzeit feiern. Anni schenkte zwei Kindern das Leben und gründete mit Alfons eine neue Familie mit ihren Söhnen Matthias und Markus. Da sie aufgrund ihrer Parkinson-Erkrankung früher als geplant in Rente gehen musste, war ihr Garten daheim ihr Naherholungsgebiet. Auf ihre Blumen und das eigene Gemüse im Garten war sie stolz. Vier Hühner sorgten in den letzten Jahren für eine willkommene Abwechslung. Nun darf sie im Paradies jenen Garten Eden genießen, den Gott uns von Anfang an zugedacht und den sie zeit ihres Lebens in ihrem liebevoll gepflegten Garten ersehnt hatte. Johannes Hochwart († 23.02.2026) war von 2007 bis 2016 ein diensteifriger Ministrant in der Basilika. Im August 2014 nahm er an der deutschlandweiten Ministranten-Wallfahrt nach Rom teil. Er wurde ausgelost und durfte auf der Bühne Platz nehmen, von der aus Papst Franziskus zu den 50.000 Jugendlichen sprach. Johannes war ein fröhlicher junger Mann, der in vielen Gruppen und Vereinen dabei war und sich großer Beliebtheit erfreute: Er gehörte zu den Naturfreunden, der Grundfelder Feuerwehr, den Freunden des Gottesgartens, er war im Badmintonclub, kandidierte für die Grünen im Kreistag und arbeitete im Landesamt für Statistik in Fürth. Mit seiner freundlichen und humorvollen Art hat er in seinen 28 Jahren das Leben so vieler Menschen bereichert. „Hab Mut, steh auf! So möchte man dem Walfisch Timmy seit Wochen an der Ostsee zurufen. Wieso heißt der eigentlich so?“ fragte die kleine Kapelle neben dem Konradshof die große Wallfahrtskirche auf dem Berg. „Der Buckelwal, der seit 3. März fast täglich in den Schlagzeilen auftauchte, wurde zwar zuerst im Hafen von Wismar gesichtet, lag dann aber ab 23. März auf einer Sandbank im Timmendorfer Strand. Von da hat er wohl den Namen Timmy“, Hey, große Basilika ... Hallo, Du kleine Kapelle... antwortete die Basilika. „Nach und nach zeigte sich, dass er sich an Fischernetzen verletzt hatte und daher so geschwächt ist.“ „Ich wusste gar nicht, dass es Buckelwale in der Ostsee gibt“, kommentierte die kleine Kapelle die Antwort der großen Wallfahrtsbasilika. „Ja, der gehört dort auch nicht hin“, schmunzelte die Basilika über die Worte ihrer kleinen Schwester. „Aus dem Atlantik hat er sich dorthin verirrt und konnte wegen der niedrigen Wasserstände sich oftmals nicht freischwimmen.“ „Warum bringen ihn dann die Tierschützer nicht zurück, wo er hergekommen ist?“ erkundigte sich die kleine Kapelle. „Das haben sie mehrmals versucht, indem sie ihn in tieferes Gewässer lockten und den Untergrund wegspülten, der ihn am Schwimmen hinderte“, erklärte die Basilika. „Das Problem ist seine Größe und sein Gewicht. Das Tier hat eine Länge von 12,35 Metern, eine Breite von 3,20 Metern und eine Höhe von 1,60 Metern und wiegt mehr als 12 Tonnen.“ „Da können selbst ein großes Schiff, ein Kran und ein Hubschrauber nicht helfen“ erwiderte die kleine Kapelle, „da braucht es schon ein riesengroßes Transportmittel und
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