Jeden Tag halten die franziskaner am Heiligen Grab eine prozession, in der sie den fußspuren christi auf seinem letzten österlichen Weg folgen. l I turG I e Die Kustodie des Heiligen Landes 24 Jahrhundertelang konnte sich die Kustodie des Heili- gen Landes nur in der sprache des gebetes und der Liturgie ausdrücken. evangelisierung und seelsorg- licher einsatz fanden nicht viel raum. in neuerer zeit jedoch haben wir, gott sei Dank, mehr gele- genheit unserer sendung auf vielfache art und Wei- se gerecht zu werden. Dennoch bleibt die Liturgie ein grundlegender Bestandteil des Dienstes der Kus- todie. Hervorzuheben sind dabei ganz besonders die Wallfahrten und die liturgischen Feiern am Hei- ligen grab und in der Basilika der Verkündigung. Wallfahrten sind der vielleicht bedeutendste aspekt des liturgischen Lebens der Kustodie. sie führen zum Jordan, nach emmaus, Betfage, Bethanien, zur Kapelle der Himmelfahrt, zur Vater-Unser-Kirche, nach Domi- nus flevit , ain Karem und zum abendmahlssaal und haben jahr- hundertelang den alten steinen neues Leben eingehaucht. Das Heilige grab: an jedem Tag des Jahres gehen die Brüder, auch wenn es nicht viele sein sollten, in Prozession die stationen des Leidens des Herrn nach und folgen den Fußspuren Christi auf seinem letzten österlichen Weg. Dieses langsame, mit gebet erfüllte schreiten einmal im Leben mitzuvollziehen - aber jeden Tag! Dasselbe gilt für die täglichen Feiern der Liturgie in der Basilika zu Bethlehem. Wir überlassen es dem Leser, sich ein Bild von dem spirituellen reichtum zu machen, sich aber auch die mühe vorzustellen, die diese liturgischen Vollzüge an den geprägten zeiten des Kirchenjahrs mit sich bringen, insbesondere in der Karwoche und an Ostern.
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