Die Kustodie des Heiligen Landes 32 Während ihrer ganzen 800-jährigen anwesenheit im Heiligen Land haben die Franziskaner immer da- nach getrachtet, den mahnungen ihres Hl. Vaters Franziskus treu zu folgen, nämlich zwei Verhaltens- weisen beim Leben unter menschen mit einer an- deren religion zu beachten: Die erste besteht dar- in, keine Fragen zu stellen und keine Diskussionen herauszufordern, sondern jedem menschen mit der Liebe gottes zu begegnen und so den christlichen glauben zu bekennen. Die andere Verhaltensweise besteht darin, das Wort gottes freimütig zu beken- nen, wenn sie den eindruck haben, daß dies zur ehre gottes gereichen würde. Die Franziskaner haben immer ein schweigendes zeugnis für ihren glauben bevorzugt, ein Leben in solidarität mit den men- schen an den Orten, an denen sie Dienst tun, auf der suche nach einem tieferen Verständnis ihrer re- ligiösen und kulturellen Traditionen mit dem ziel, sich von deren geistlichen Werten bereichern zu lassen. in den Ländern, in denen die Kustodie des Heiligen Landes vertreten ist, ist es oft unmöglich, ein direktes apostolat auszuüben, dennoch versu- chen wir immer, unseren glauben überzeugend zu leben, um so vielleicht die anderen zu veranlassen, uns Fragen zu stellen und einen aufrichtigen Dialog zu beginnen.

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