s cHlus swort Die Kustodie des Heiligen Landes 38 Die Kustodie ist fest im mittleren Osten, im Heiligen Land verwurzelt. sie ist ein zentrum und eine (wenn auch gelegentlich unsichere) Brücke zwischen zwei Kulturen, dem Osten und dem Westen. Kein Ort in der Welt ist mit Jerusalem vergleichbar, wo alle christ- lichen Konfessionen vertreten sind. Trotz aller deutlich zu Tage tretenden schwierigkeiten in den zwischen- menschlichen Beziehungen hat das Heilige Land einen einzigartigen Charme. Die franziskanische Präsenz gründet auf einer reichen geschichte, und die min- derbrüder haben durch den Dialog unter Christen verschiedener Konfessionen einen reichen erfahrungs- schatz erworben. im interreligiösen Dialog stellen sie im Vergleich zum Judentum und zum islam nur eine bescheiden kleine gemeinschaft dar. Die Franziskaner übernehmen gewisse aspekte der orientalischen Tradi- tion, wobei es ihnen auch gelingt, etwas von ihrer eige- nen Kultur den anderen mitzuteilen. im Heiligen Land sind unsere Brüder an den Brennpunkten des kirchli- chen und des weltlichen Lebens vertreten. Trotz aller Beschränkungen, die ihnen die Personalknappheit und die sprachlichen schwierigkeiten auferlegen, gelingt es ihnen, Pilger und gläubige aus allen Teilen der Welt aufzunehmen und zu begleiten und in einen fruchtba- ren Dialog mit andersdenkenden einzutreten. Das Heilige Land ist ein faszinierendes Land und eine dauernde Herausforderung. eine noch größere Her- ausforderung für die Franziskaner ist es jedoch, ange- sichts der begrenzten materiellen möglichkeiten nicht zu resignieren, sondern in einer aktiven und kritischen Wachsamkeit die im evangelium begründete Hoff- nung wachzuhalten.
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