10 2/2025 IM LAND DES HERRN So wird Isaak seinen Eltern ebenso unverhofft zurückgeschenkt wie er ihnen geboren worden ist. – Für Sara aber mochte dieses Ereignis eine Lehre sein: Der Mensch hat das eigene Leben und das Leben seiner Kinder nicht in der Hand. Gewiss, er darf Pläne machen, aber „Herr der Zukunft“ ist Gott allein, und er kann jederzeit „seine Gedanken und seine Wege“ gegen die des Menschen ausspielen. – Im gesegneten Alter von 127 Jahren starb Sara und wurde von Abraham in Hebron bestattet, in einer Grabstätte, die er von dem Hetiter Efron gekauft hatte. Isaak war noch nicht verheiratet. Er war sehr traurig über den Tod seiner Mutter. Isaak und Rebekka Da Isaak nun schon auf die 40 zuging, wurde es für seinen Vater höchste Zeit, sich nach einer Frau für seinen Sohn umzuschauen (die Heirat des Sohnes zu regeln, gehörte damals zu den Pflichten eines Vaters!). Damit Isaak keine Kanaaniterin heiratete, schickte Abraham seinen Hausverwalter („Großknecht“) in seine alte Heimat Haran in Obermesopotamien zurück (in der heutigen Osttürkei, nahe der syrischen Grenze). Dort lebte noch die Großfamilie seines Bruders Nahor und in ihr gab es bestimmt genügend junge Frauen, von denen eine Isaaks Ehefrau werden konnte (und wollte). Die Geschichte dieser „Brautwerbung“ ist innerhalb der „Fünf Bücher des Mose“ (Pentateuch) die längste in sich geschlossene Erzählung. Man hat sie die „freundlichste und anmutigste aller Vätergeschichten“ (G.v.Rad) genannt. Sie nimmt in unserer Bibel-Ausgabe ein ganzes Kapitel ein (Gen 24) und wer die literarische Kunst genießen will, mit der unsere Erzählung aufgebaut ist, muss sich die Mühe (und das Vergnügen) machen, den Originaltext zu lesen. Wir können hier nur eine kurze Inhaltsangabe bieten: Der von Abraham ausgeschickte „Großknecht“, der sich mit zehn Kamelen und „allerlei kostSara, Mosaik in der Paulskirche Harissa, Libanon
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