Im Land des Herrn | 79. Jahrgang | 2025 - 1

14 2/2025 IM LAND DES HERRN graben auf Wasser gestoßen. Isaak nannte diesen Brunnen „Schiba“ (Eid) und die Stadt Beerscheba „Eidbrunn“. Familien-Nachrichten Zum Schluss noch ein paar Familien-Nachrichten: Isaak starb im Alter von 180 Jahren und wurde von seinen Söhnen Jakob und Esau in der Höhle von Machpela neben Abraham begraben. Über das Ende Rebekkas wird uns nichts berichtet. Wir hören von ihr, dass sie ihren Lieblingssohn Jakob angestiftet hat, den blinden Isaak zu täuschen und sich den Segen zu erschleichen, der für Esau vorgesehen war (mit diesem „frommen Betrug“ werden wir uns in der nächsten Folge dieser Serie beschäftigen). Wir erfahren auch noch, wie sie Jakob vor dem Zorn Esaus in Sicherheit brachte. Dann aber haben wir keine Nachrichten mehr über Rebekka. Offenbar hat sie nicht mehr erlebt, wie Jakob nach langem „Exil“ mit zwei Frauen und zwölf Söhnen in die Heimat zurückgekehrt ist und sich mit Esau versöhnt hat. Wir hören nur noch, dass sie in der Höhle von Machpela neben Isaak bestattet wurde (Gen 49,31). Rückblick: Eine farblose Gestalt Neben Abraham und Jakob wirkt der sanfte Isaak etwas farblos. Die Rolle als Opferlamm, die er bei Abrahams Glaubensprüfung spielt, scheint für seine Wesensart kennzeichnend zu sein. Es sind oft andere Menschen, die über Isaak verfügen. Außerdem stellen die Fachleute fest, dass es in den Isaak-Erzählungen Doppelungen zur Abrahams-Überlieferung gibt (denken wir etwa an die „Gefährdung der Ahnfrau“, die schon von Sara erzählt wurde). Aber die neuere Forschung hat erkannt, dass bei solchen Doppelungen nicht Isaak seinen Vater beerbt hat, sondern dass es umgekehrt war: die biblischen Autoren haben Isaak-Erzählungen auf Abraham übertragen. Für die Fachleute der Kulturgeschichte ist unser Isaak auf jeden Fall deshalb wichtig, weil wir bei ihm das Milieu der halbnomadischen Existenzweise der Urväter (die in Zelten wohnten und sich von Kleinviehzucht ernährten) in ursprünglicher Frische vorgeführt bekommen. Besonders eindrucksvoll erleben wir den Existenzkampf dieser Menschen mit, der sie von Weidegrund zu Weidegrund führte, immer auf der Suche nach dem kostbaren Wasser, um das nicht selten mit der sesshaften Bevölkerung heftig gestritten werden musste. In dieser Hinsicht hat „Isaak der Brunnengräber“ besonders altertümliche Züge in seinem Bild bewahrt. Wie schon erwähnt, nennt der hl. Paulus im Römerbrief (9,6–13) Isaak „unseren Vater“. Als Kind der Verheißung ist Isaak ein Vorbild der wahren Kinder Gottes. Deshalb kann der Apostel im Galaterbrief schreiben: Meine Schwestern und Brüder, „ihr seid Kinder der Verheißung wie Isaak“ (Gal 4,28). Der „Grenzbach Ägyptens“ (vgl. Genesis 15) in der Negev-Wüste; erkennbar ist die Vegetation, die nomadisches Leben an Gewässern möglich macht

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