Im Land des Herrn | 79. Jahrgang | 2025 - 1

30 2/2025 ielen von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser unserer Zeitschrift „Im Land des Herrn“, war unser Mitbruder P. Stanislaus Bertagnolli noch persönlich bekannt, vermutlich durch eine Pilgerreise. P. Stanislaus wurde am 14. Dezember 1933 in St. Gertrauden im „Hl. Land Tirol“ geboren. Er entstammte einer kinderreichen (er war das zehnte von vierzehn Kindern), tief gläubigen Familie. Nach seiner Ausbildung zum Tischler trat er in den Franziskanerorden ein, zwei seiner Schwestern wählten ebenfalls den geistlichen Weg und wurden Ordensschwestern. Nach seinem Eintritt in den Orden 1954 arbeitete er zwölf Jahre als Tischler in Südtirol; schon 1966 wurde er nach Wien versetzt, wo er seine Tätigkeit als Sekretär im Generalkommissariat des Hl. Landes begann. Dort fand er seine wahre Mission, schon bald wurde er Vizekommissar, dann Generalkommissar. Insgesamt wirkte Pater Stanislaus 48 Jahre unermüdlich für das Hl. Land. Drei Anliegen waren ihm besonders wichtig: Es ist sicherlich ihm zu verdanken, dass Sie heute unsere Zeitschrift erhalten, er wollte möglichst viele Menschen über das Hl. Land informieren und gleichzeitig auch Spenden für die verschieden Hilfsprojekte der Franziskaner im Hl. Land sammeln. Das geschah und geschieht vor allem durch unsere Zeitschrift. Pater Stanislaus warb unermüdlich neue Abonnenten, die seine Liebe und Leidenschaft für das Hl. Land teilten, in den Hochzeiten hatte die Zeitschrift eine Auflage von ca. 60.000 Exemplaren, heute sind es immerhin 40.000. Ein weiteres wichtiges Anliegen waren ihm die Pilgerreisen, etwa 15.000 Pilger führte er in das Hl. Land. Diese Reisen waren und sind für viele eine unvergessliche Erfahrung. Pater Stanislaus versuchte bei den Pilgerreisen immer das Herz der Menschen zu berühren, die tägliche Messe, der Kreuzweg in Jerusalem, das Gebet an den Hl. Stätten, aber auch der Besuch touristischer Höhepunkte wie das Tote Meer oder Petra in Jordanien waren und sind nach wie vor fester Bestandteil der Reisen – all dies, gewürzt mit seinem Humor und auch seinen Talenten, wie das Spiel der Mundharmonika. Pater Stanislaus liebte Musik, wohl deswegen war ihm die Kirchenmusik immer ein Anliegen. Mit Hilfe von Wohltätern gelang es ihm, die Orgeln von Bethlehem, Jerusalem und Nazareth zu stiften. Insgesamt sind es acht Orgeln in den wichtigsten Kirchen des Hl. Landes. Im Jahre 2014 zog sich Pater Stanislaus im Alter von 81 Jahren in seine Südtiroler Heimat zurück, wo Gott ihm noch zehn weitere Lebensjahre schenkte. Am 24. Februar dieses Jahres wurde Pater Stanislaus in die ewige Heimat, das himmlische Jerusalem, gerufen; möge Gott ihm alles, was er für das Hl. Land getan hat, zum Segen werden lassen. Pater Stanislaus und sein Werk werden unvergesslich bleiben, in seinem Sinn wollen wir weiter für das Hl. Land arbeiten und vor allem beten, damit wahr wird, was wir in den Psalmen beten: Friede wohne in deinen Mauern, Jerusalem. Möge Pater Stanislaus in Frieden ruhen. V P. Stanislaus Bertagnolli 1933–2025 Aus dem „Heiligen Land Tirol“ ins „Heilige Land“

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