Im Land des Herrn | 79. Jahrgang | 2025-4

4/2025 13 hießen sein Vater Amram und seine Mutter Jochebed. Er hatte eine ungefähr 15 Jahre ältere Schwester Mirjam und einen drei Jahre älteren Bruder Aaron. – Da sich die unter dem „ägyptischen Josef“ nach Ägypten gekommenen Israeliten stark vermehrt hatten und für die Ureinwohner zu einer politischen Gefahr zu werden drohten, hatte sie der Pharao zu schweren Zwangsarbeiten gezwungen und außerdem den Befehl erlassen, alle neugeborenen jüdischen Buben im Nil zu ertränken. Mose, der offenbar von Geburt an schon ein von Gott Erwählter war, entging durch wunderbare Umstände diesem grausamen Schicksal. Weil er ein besonders schönes Kind war, hielt ihn seine Mutter zunächst drei Monate lang verborgen. Als dies nicht mehr länger möglich war, setzte sie ihn im Nil aus, allerdings in einem wasserdichten Binsenkörbchen. Dieses Körbchen wurde von der Tochter des Pharao beim Baden gefunden, und die junge Dame nahm aus Mitleid den hebräischen Säugling an Kindes statt an und gab ihm den Namen Mose. Nachdem Mose von einer jüdischen Amme (nämlich seiner eigenen Mutter) gestillt und größer geworden war, wechselte er an den Königshof, wo er wie ein ägyptischer Prinz erzogen wurde. Flucht nach Midian Als der junge Mose eines Tages seinen Landsleuten bei ihrer Fronarbeit zusah, erlebte er, wie ein ägyptischer Aufseher einen hebräischen Sklaven misshandelte. Im Zorn schlug Mose den Ägypter tot und verscharrte ihn im Sand. Weil die Tat ruchbar wurde und ihm der Pharao nach dem Leben trachtete, musste Mose aus Ägypten fliehen. Er begab sich in die östliche Wüste jenseits der Sinaihalbinsel, nach Midian, wo er dem Zugriff seiner Verfolger entzogen war. Hier verdingte er sich beim Priester Jitro (der nach anderen Quellen auch Reguel genannt wird) als Hirte, heiratete Zippora, eine Tochter des Priesters, und weidete lange Jahre das Kleinvieh seines Schwiegervaters. – Wie alle großen Propheten (so kann man diesen Lebensabschnitt deuten) erfuhr Mose, nach den luxuriösen Jahren am Königshof, nun eine heilsame Zeit der Stille, der Beschauung und der inneren Läuterung. Er horchte lange in sich hinein, bevor er fähig war, als Verkünder göttlicher Aufträge vor seine Landsleute zu treten. Die Berufung Als Mose schon 80 Jahre alt war, erschien ihm eines Tages, während er seine Herden hütete, Gott in einem Dornbusch, der brannte, aber nicht verbrannte. Er offenbarte dem Mose seiMose wird aus dem Nil gerettet, F. Gedeon um 1750, Museum Stift Seitenstetten Mose Mose Grab des Jitro in drusischer Tradition bei den „Hörnern von Hittin“ in Galiläa

RkJQdWJsaXNoZXIy NDQ1NDk=