Im Land des Herrn | 79. Jahrgang | 2025-4

4/2025 15 einer Streitmacht den Israeliten nach, die inzwischen am Schilfmeer angekommen waren. Da spaltete Gott das Meer, über das Mose seinen Stab ausgestreckt hatte, und die Israeliten konnten trockenen Fußes hindurchziehen. Als aber die ägyptischen Truppen nach ihnen ins Meer hineingezogen waren, ließ Gott die Wasser wieder zusammenfluten, so dass alle Ägypter mit ihren Pferden und Wagen in den Fluten umkamen. Dieses Wunder löste bei den Israeliten ungeheuren Jubel aus. Die Leute glaubten jetzt fest an Jahwe und seinen Knecht Mose. Und zusammen mit seiner Schwester Mirjam (die die Pauke schlug) stimmte Mose ein Siegeslied an, einen psalmenartigen Dank- und Preisgesang auf Gottes Macht, den alle begeistert mitsangen. Der Wüstenzug Bekanntlich haben die Israeliten nach ihrem Auszug aus Ägypten vierzig Jahre in der Wüste verbracht. Wenn man alle Texte, die von „Israels Wüstenzug“ handeln, nebeneinander stellt und alle darin vorkommenden Ortsnamen sammelt, kommt man auf eine Liste von vierzig Namen und gewinnt so etwas wie die Marschroute, die Mose mit seinem Volk eingeschlagen hat. Aber wieder gilt: diese Angaben sind nicht historisch, sondern spätere künstliche Stilisierungen. – Interessanter für uns sind einzelne Erfahrungen, die Mose in der Wüstenzeit machen musste und durfte. – Zunächst ist festzuhalten: Trotz ihrer wunderbaren Rettung neigten die Juden permanent dazu, zu kritisieren und zu murren, wenn ihnen das ungewohnte Wanderleben Opfer abverlangte, weil z. B. die Nahrung und das Wasser knapp wurden. Mose geriet in solchen Situationen oft an den Rand der Verzweiflung. Aber er bzw. das Volk durfte immer wieder Gottes wunderbare Hilfe in der Not erfahren. So spendete ihnen der Himmel Manna und Wachteln als Speise. – In Refidim („Ort der Ruhe“), der letzten Station des Wüstenzugs vor dem Sinai, erhielt Mose von Gott die Vollmacht, mit seinem Stab Wasser aus einem Felsen zu schlagen und so das dürstende Volk samt seinen Herden zu tränken. Schlacht gegen Amalek In derselben Gegend kam es zu einer kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Israel und den Amalekitern, einem Stämmeverband von Nomaden, die zwischen dem Sinai und dem Südwesten Palästinas siedelten. Es war die erste Schlacht zwischen Israel und Amalek, der noch viele weitere Kämpfe (bis in die Zeit von Saul und David) folgen sollten. Bemerkenswert ist diese Schlacht für uns, weil sie uns etwas über die Rolle verrät, die Mose seinem Volk gegenüber spielt: Er tritt nicht als Feldherr und Kriegsführer auf, sondern beauftragt Josua, den Kampf zu leiten. Er selber begibt Mose schlägt Wasser aus dem Felsen, Deckenmalerei im Gebäude der ersten „Schmidt-Schule“ Hillel-Straße Jerusalem, Vorgänger des heutigen Paulushauses Mose Mose

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