4/2025 23 ehn Kilometer südlich Ein Gev zweigt eine Straße nach Hammat Gader und weiter auf den Golan ab. Hammat Gader, direkt am Jarmukfluss an der Grenze zu Jordanien gelegen, bedeutet „Thermen von Gader“ – hier waren die Thermen der antiken Stadt Gadara (auch Gader). Das antike Gadara liegt auf dem südlichen, jordanischen Steilufer des Jarmuktales, heute Umm Qais. Hammat Gader mit seinen heißen Quellen war in römischer Zeit der berühmteste Badeort des Orients. Alles, was Rang und Namen hatte, kam hierher, auch die bedeutenden jüdischen Gelehrten und Schulhäupter von Tiberias. Diese erörterten beispielsweise die Frage der Sabbatgrenzen zwischen Gadara oben und dem Bad unten; wohnten doch die Wohlhabenden oben auf der Frische des Gebirges, konnten aber die Annehmlichkeiten der Thermen genießen. Seine größte Blüte erreichte der Ort mit seinen prächtigen Bauten in der späteren byzantinischen Zeit. Unter den Arabern scheint zunächst ein Stillstand eingetreten zu sein. Doch der erste Omaijadenkalif Muawija in Damaskus sorgte für Restaurierung; eine Inschrift aus dem Jahr 662 in griechischer (!) Sprache berichtet davon. Das katastrophale Erdbeben von 749, das BetSchean zerstörte, scheint auch Hammat Gader zum Verhängnis geworden zu sein. Der Badebetrieb ging zwar weiter, aber nicht mehr im großen Stil von einst. Auch heute wieder ermöglicht ein modernes Thermalbad, im heißen Wasser zu baden. Eindrucksvoll sind auch heute noch die Überreste der römischen Badeanlagen, die bis zu beträchtlicher Höhe erhalten sind, am besten die ovale Halle (12x24 m). Ihre Mauern erreichen die Höhe von 8 m, die Deckenwölbung mag 10 m hoch gewesen sein. Dazu kommen noch die Überreste eines kleinen römischen Theaters und einer Synagoge aus dem 5. oder 6. Jahrhundert, der schon zwei andere vorausgegangen waren. Die Mosaikdekoration zeigte keine Menschendarstellungen, wohl aber im Hauptstreifen oben zwei Löwen und zwei Zypressen neben einer Inschrift. Zu den Stifterfamilien gehörten Leute von weither, z. B. „Sisiphus (?) aus Sepphoris, Dositheus aus Kafarnaum, Judan der Architekt (?) von Emmaus“. Die antiken wie die modernen Badeanlagen sind heute Teil eines Nationalparks und ganzjährig zu besichtigen. Die Hauptattraktion dabei sind sicher die modernen Badeanlagen mit ihrem mäßig warmen Wasser. Das Amphitheater und leider auch die antiken Badeanlagen werden kaum besucht, aber die zahlreichen Restaurants und auch der „Kinder-Zoo“ mit seiner ausgedehnten Krokodil-Abteilung sind besonders an Wochenenden ein Ziel für zahlreiche Familien. An dieser Stelle soll auch etwas zum sogenannten „Peters-Fisch“ gesagt werden: dieser Buntbarsch (tilapia galilaea) der seinen Namen vom Apostel Petrus hat (Mk 1,16 ff.), wird in den RestauBlick von Umm Quais (Gadara) in Jordanien über Hammat Gader (Israel) zum Golan (israelisch besetzt), links im Dunst der See Gennesaret Hammat Gader Heinrich Fürst OFM/Gregor Geiger OFM Z
RkJQdWJsaXNoZXIy NDQ1NDk=