Im Land des Herrn | 79. Jahrgang | 2025-4

IM LAND DES HERRN 28 4/2025 Pfarrer von Bet Dschala überraschend während der dortigen Bauarbeiten. Unter den 400 Seelen der Gemeinde war eine Gruppe von 200 orthodoxen Konvertiten gewesen. Als 1857 in Köln unter dem Protektorat Kardinal von Geissels die Zeitschrift „Das Heilige Land“ des „Deutschen Vereins vom Heiligen Grabe“ (so der ursprüngliche Name des Vereins) herauskam, wurde dort bereits zu Spenden für das Patriarchat aufgerufen, und diese flossen sofort und reichlich für die Neugründungen von Gemeinden in Ramallah, Dschifna, Bir Zeit, Taybe und Bet Sahur. Der erste deutsche Priester Philipp Uhlenbrock aus Erkrath, zu Beginn seiner Arbeit in Bir Zeit von Muslimen und Orthodoxen angefeindet, ja tätlich angegriffen, starb schon mit 28 Jahren an Typhus. Der „Deutsche Verein vom Heiligen Lande“, wie er sich mit seiner Zentrale in Köln heute nennt, garantiert bis heute mit dem „Ritterorden vom Heiligen Grab“ die wirtschaftliche Unterstützung, die das Patriarchat von Jerusalem braucht. Unerlässlich für das Wachsen des Patriarchats war die Mitwirkung von Ordensschwestern, die Patriarch Valerga erfolgreich anwarb. Die 1832 in Frankreich gegründete „Schwestern des hl. Joseph von der Erscheinung“ kamen über Larnaka/Zypern 1848 nach Jerusalem. Hundert Jahre später verfügten die Schwestern über fünfzehn Niederlassungen und unterhielten zwölf Schulen, drei Krankenhäuser und acht Kliniken. Eine weitere Gemeinschaft, die „Frauen von Nazareth“, begannen 1858 in Nazareth und Haifa, wirkten 1861 in Akko, 1867 in Beirut und seit 1948 in Amman. Die Gebrüder Ratisbonne gründeten 1850 die „Schwestern von Notre Dame de Sion“, die 1862 ihr Kloster am „Ecce-Homo-Bogen“ in der Altstadt Jerusalems eröffnen konnten. 1865 kam ein Waisenhaus in Ain Karem hinzu. Als Don Valerga sich in den 1850er Jahren eine Zeit lang von der Propaganda-Kongregation im Stich gelassen fühlte, weil er nichts mehr aus Rom hörte, ereilte ihn 1858 plötzlich die Ernennung zum Apostolischen Delegaten für Syrien und den Libanon. Der Patriarch duldete und förderte von Anfang an die orientalischen Riten. Konvertiten (1855 die katholischen Armenier) sollten bei ihrem eigenen Ritus verbleiben, wenn auch viele lieber lateinisch werden wollten. Dem Apostolischen Delegaten kam eine wichtige Vermittlungsrolle zu. In seinem Sprengel waren drei Seminaristen aus Bet Dschala bei einer Palmsonntagsprozession Ermordung eines Maroniten durch Drusen in den Aufständen 1860, aus Meßmer „Das Heilige Land und die Heiligen Stätten“, Klosterbibliothek St. Anna München © Raynald Wagner

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