Im Land des Herrn | 79. Jahrgang | 2025-4

4/2025 31 Joseph Valerga Joseph Valerga gung. Neben dem täglichen Rosenkranz war ihm das Offizium ein großes Anliegen, und zwar in Gemeinschaft, und wenn wie in Beirut nur ein Priester ihn begleitete. Dann galt „Beherrschung der Sine, Sammlung, Gegenwart Gottes“, wie er in seinen Vorsätzen festhielt. Nach kurzem Krankenlager verstarb Joseph Valerga unter dem Gebet der Ordensleute und Priester und vieler Gläubiger seines Bistums. Bezeugt sind einige seiner letzten Worte an Kanonikus Peter Couderc-Duvigneau: „Nein, nein, ich bin kein Kind. Ich weiß, was ich sage. Glauben Sie nicht, dass der Gedanke mich verwirrt und mich so reden lässt. Nein, Gott sei Dank, der Tod eschreckt mich nicht. Ich habe keine andere Furcht als jene, die jeder Christ haben muss, wenn die Welt verschwindet und die Ewigkeit beginnt.“ Sein Testament bezeugte noch einmal seine Verbundenheit mit seiner Familie und die tiefe Verwurzelung und religiöse Prägung, die er in Loano empfangen durfte. Zugleich bekräftigt er seine Leidenschaft für die Mission der Kirche, der er in der innigen Gemeinschaft mit dem Papst als Stellvertreter Christi auf Erden und in der Liebe zu den Menschen im Orient dienen durfte. Seinem Sarg war ein Kästchen mit Abbildungen der Priester des Patriarchats beigefügt, Ausdruck seiner inneren Verbundenheit mit seinem Klerus. Bereits vor seiner Ernennung bezeugte Papst Pius XIV. ihm seine Anerkennung und Sympathie. Er empfing ihn mit väterlicher Herzlichkeit und merkte mit Bezug auf seinen langen Bart lächelnd an: „Schon dieser Bart allein verdient eine ganz spezielle Auszeichnung.“ So prägt der außergewöhnliche Gesichtsschmuck Joseph Valergas auch die von ihm erhaltenen Fotos und Darstellungen. Sein Andenken bleibt freilich lebendig in der Kirche von Jerusalem, die seit jener Zeit bis heute zu treuem Glaubenszeugnis in andauernden bedrängenden politischen Verhältnissen herausgefordert ist. Literatur Zitate wie alle wesentlichen Informationen zu Personen und Daten um Joseph Valerga sind dem Buch entnommen: P. Benedikt Stolz OSB. Gottes Pionier im Heiligen Land, Joseph Valerga, Patriarch von Jerusalem. Stein am Rhein: Christiana-Verlag, 1975. (P. Benedikt OSB aus Erkrath war zehn Jahre Professor am Priesterseminar des Lateinischen Patriarchats und fast 25 Jahre Prior der Abtei Dormitio auf dem Sionsberg in Jerusalem.) Hilfreich sind auch: https://fsspx.news/de/news/ das-lateinische-patriarchat-von-jerusalem-3-46687 https://de.wikipedia.org/wiki/ Lateinisches_Patriarchat_von_Jerusalem https://www.lpj.org/en/the-patriarchate/diocese/ patriarchs-1/patriarch-giuseppe-valerga Fahne der Pfarrei Dschifna bei der Palmsonntagsprozession

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