4/2025 33 mit der das Studium betraut wurde, der am Berg Nebo 1933. Er entdeckte 1941 die archäologischen Überreste des Moses Memorial auf dem Gipfel des Siyaga. Er erforschte die antiken Ruinen der alten Siedlung Nebo im Dorf Khirbet alMukhayyat (1949). Mit seinem Namen sind auch die Ausgrabungen und Veröffentlichungen über das Heiligtum von Johannes dem Täufer in Ain Karem (1946), das Grab des Lazarus in Bethanien (1957) und das jebusitische Grab der Dominus Flevit-Kirche in Jerusalem (1964) verbunden. Als guter Kenner der biblischen und der modernen Sprachen lehrte P. Saller verschiedene Fächer und leitete das Ärchäologische Museum des Studium. Er genoss die Wertschätzung zahlreicher Antikensammlungen in Palästina, Jordanien und Israel. Pater Bellarmino Bagatti (1905–1990), der für Saller ein freundlicher und wertvoller Mitarbeiter war, ist die „angesehenste Persönlichkeit“ des Studium. Dieser intelligente, vielseitige und umgängliche Franziskaner, der aus der Toskana stammte, kam 1935 mit einer soliden archäologischen Kompetenz nach Jerusalem. Diese hatte er am Päpstlichen Institut für christliche Archäologie in Rom erworben. Er wurde Professor für die Topographie von Jerusalem und für christliche Archäologie und arbeitete in drei Richtungen: Er veröffentlichte Itinerare des Heiligen Landes, betrieb die archäologische Erforschung antiker christlicher Heiligtümer: Berg Nebo, Berg der Seligpreisungen, Ein Kerem, Qubeibeh, Betlehem, Ölberg, Nazareth, Berg Karmel. Daraus ergaben sich Veröffentlichungen über die Präsenz und den Einfluss von Christen in den vier ersten Jahrhunderten. Seine besondere Aufmerksamkeit widmete er den Überresten der vorkonstantinischen Zeit. 1941 gründete er mit Saller die Collectio Maior des SBF, eine Reihe von Monographien. 1950 arbeitete er mit Baldi und anderen Mitgliedern des SBF an einer neuen Zeitschrift, Liber Annuus. Zudem leitete er jahrelang das SBF und setzte sich im akademischen Jahr 1973–1974 für eine Feier anlässlich seines 50-jährigen Bestehens ein. Die dritte Persönlichkeit, die ich persönlich kennenlernen durfte, war Pater Virgilio C. Corbo (1918–1991). Bereits im Alter von zehn Jahren kam er ins Heilige Land. Seine Oberen schickten ihn später ins Päpstliche Orientalische Institut in Rom, seine Leidenschaft galt aber sein Leben lang der Archäologie. P. Stanislao Loffreda, ein Freund und Archäologe, schrieb über ihn: „Aus Avigliano stammend, lebte er als Franziskanerpater im Heiligen Land. Seine Arbeit betrachtete er als Gnade und Auftrag. Er schätzte nichts zu hoch oder zu niedrig ein. Als Archäologe und Chronist brachte er 40 Jahre lang Steine zum Sprechen, indem er Ausgrabungen in Betlehem, Jerusalem, Kafarnaum, auf dem Berg Nebo und in Machaerus durchführte. In Kafarnaum entdeckte er das Haus des Petrus wieder. Seine letzte Ruhestätte befindet sich auch in Kafarnaum.“ Seine Kollegen, Forscher wie Archäologen, erkennen sein eher seltenes und nicht selbstverständliches Verdienst an: Er sorgte dafür, dass all seine Forschungsarbeiten schnell veröffentlicht wurden. Die folgenden Porträts betreffen einen Archäologen und zwei Exegeten, die ich nicht nur vom Im Hof der „Flagellatio“ die Archäologen P. Bellarmino Bagatti, Emanuele Testa und Stanislao Loffreda (von links nach rechts) © Studium Biblicum Jerusalem Studium Biblicum Studium Biblicum
RkJQdWJsaXNoZXIy NDQ1NDk=