Im Land des Herrn | 79. Jahrgang | 2025-4

4/2025 37 ie vor der Covid-19-Pandemie begonnenen umfangreichen Restaurierungsarbeiten am Boden der Grabeskirche in Jerusalem gehen nun in die letzte Phase. Auf dem Vorplatz der Grabeskirche – in der Altstadt von Jerusalem – sind die schweren rosafarbenen Platten und verschiedenste Gerüste gestapelt, die für die Arbeiten im Inneren der Kirche bestimmt sind. Nach monatelanger Wartezeit haben endlich die Arbeiten zur Verlegung des (neuen) Bodenbelags begonnen, was den Beginn der letzten Phase eines vor über fünf Jahren begonnenen Restaurierungszyklus markiert. Die Restaurierung des Heiligen Grabes wurde zielstrebig durchgeführt, trotz der vielfältigen Schwierigkeiten. Sie betraf zunächst die Ädikula selbst, die das Grab des auferstandenen Christus beherbergt. Diese erste Phase wurde nach Jahren des Zögerns zwischen 2016 und 2017 unter der Leitung der Technischen Universität Athen in raschem Tempo durchgeführt. Eine Restaurierung, die sowohl aus technischer als auch aus ökumenischer Sicht als denkwürdiges Unterfangen gefeiert wurde. Darüber berichteten wir öfter in unserer Zeitschrift. Doch bereits am Ende dieser Phase wurde eine Notwendigkeit deutlich: Der Zustand des stark beschädigten Bodens und Untergrunds der Basilika ließ es nicht zu, es dabei zu belassen. Der zweite Arbeitszyklus, der 2019 beschlossen und der Aufsicht der Franziskaner unterstellt wurde, hatte die Restaurierung des gesamten Bodens der Rotunde und des Chorumgangs der Basilika zum Ziel, wobei gleichzeitig die darunter liegenden archäologischen Schichten dokumentiert werden sollten. Die Covid-19-Pandemie zwang zu einer fast zweijährigen Unterbrechung des Projekts. Erst im Frühjahr 2022 konnten die Sondierungsgrabungen tatsächlich beginnen. Während man auf den Bericht über die Ausgrabungen (in mehreren Bänden) von Professorin Francesca Romana Stasolla, Archäologin an der Universität La Sapienza in Rom, wartet, besteht die laufende Maßnahme nicht nur darin, neue Platten zu verlegen. Jeder Stein des ursprünglichen Bodens wurde nummeriert, fotografiert Aktuelles von der Renovierung in der Grabeskirche Marie-Armelle Beaulieu Neue Platten aus dem lokalen, rötlichen melek-Stein © G. P. Ostuni, CTS D Neu verlegte Platten südöstlich des Heiligen Grabes © G. P. Ostuni, CTS

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