4 1/2026 er alte Name von Betanien kann als Bet Hananja verstanden werden, d. h. Haus eines nicht näher bekannten Hananias. Arabisch heißt der Ort heute al-Ezaríje, was dem schon von Aetheria bezeugten Lazarium entspricht und das Lazarusgrab als die Hauptsache herausstellt. Heute ist Betanien weit herausgewachsen. Die Hauptstraße ist gesäumt von Läden und Werkstätten; trotz israelischer Warnschilder lassen es sich auch manche Israelis nicht nehmen, hier billiger einzukaufen oder ihre Autos reparieren zu lassen. Nach ca. 4 km liegt in einer Linkskurve rechts ein Busparkplatz, dahinter sieht man in einer Grünanlage die moderne Lazaruskirche. Kurz zuvor liegt an der linken Straßenseite eine neue griechisch-orthodoxe Kirche, hinter der sich ein kleineres, 1881 erbautes Kirchlein versteckt; leider ist das Grundstück meistens verschlossen. Hier wird die erste Begegnung Jesu mit Marta vor der Auferweckung des Lazarus lokalisiert (Joh 11,20–27). Tatsächlich kennt bereits die Pilgerin Aetheria (381–384) den Brauch, in einer Kirche an der Straße, „500 Schritt von Betanien“, eine Art Statio zu begehen, der dann am Lazarium die eigentliche Feier folgte. Im Lukasevangelium ist zunächst von den Schwestern Marta und Maria die Rede, die in Betanien wohnten und in deren gastfreundlichem Haus Jesus einkehrte: Als sie weiterzogen, kam er in ein Dorf. Eine Frau namens Marta nahm ihn gastlich auf. Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß. Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seinen Worten zu. Marta aber war ganz davon in Anspruch genomD Ansicht des Heiligtums von der Höhe des Ölbergs aus: rechts die Ruine des Turms der Melisende, mittig die griech.-Orthodoxe Kirche, weiter links das Gelände der Moschee und davon links mit grauer Kuppel die lateinische Kirche © MAB/CTS Betanien Heinrich Fürst OFM/Gregor Geiger OFM
RkJQdWJsaXNoZXIy NDQ1NDk=