Im Land des Herrn | 80. Jahrgang | 2026-3

Um Zions willen kann ich nicht schweigen, um Jerusalems willen nicht still sein. (Jes 62,1) Mit diesen Worten beginnt ein Brief des Generalministers des Franziskanerordens, P. Massimo Fussarelli, vom Juni 2026, der konkret die Lage im Nahen Osten anspricht und aus dem ich zitiere: Als Gläubiger, als Minderbruder und als Generalminister einer Bruderschaft, die seit Jahrhunderten im Heiligen Land präsent ist, spüre ich, dass die Zeit gekommen ist, meine Stimme zu erheben. Die jüngsten Ereignisse haben das Fass zum Überlaufen gebracht: in Israel und Gaza, im Südlibanon bis hin nach Beirut, in den letzten Stunden in Taybeh, das traditionell mit dem biblischen Ephraim identifiziert wird, wohin sich Jesus vor seinem Leiden zurückzog. Angesichts der Tausenden und Abertausenden von Kindern, die gestorben sind, der Opfer von Gewalt, die weder Alter noch Stand verschont, der wahllosen Zerstörung, die das Land verwüstet, und der Enteignung von Völkern ihres Landes und ihrer Sehr verehrte Leserinnen und Leser, liebe Freunde des Heiligen Landes! Rechte fühle ich mich verpflichtet, gemeinsam mit dem Propheten zu wiederholen, dass es gerade weil ich liebe – weil wir lieben – Jerusalem und dieses ganze Land, die Wiege vieler Völker seit frühester Zeit, lieben, dass wir nicht länger schweigen können. Wir können und wollen nicht neutral bleiben, sondern Friedensstifter sein, Arbeiter der Gerechtigkeit, fähig, das Böse anzuprangern, woher es auch kommen mag. Kein politischer, religiöser, strategischer oder militärischer Grund kann die Verleugnung der unantastbaren Würde jedes Menschen, ohne Ausnahme, rechtfertigen. Wir entscheiden uns dafür, zu bleiben, auch wenn unsere Anwesenheit vielleicht nicht mehr willkommen zu sein scheint. Diesen klaren Worten an alle Seiten sei nichts weiter hinzugefügt. Ich grüße Sie herzlich im Namen der deutschsprachigen Kommissare des Heiligen Landes, Ihr

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