IM LAND DES HERRN 36 3/2026 se immer wieder vorgebrachte Argumentation, denn am Ende hört man dann nichts mehr. Die drei Pfarrer des Ortes (es gibt eine griechischorthodoxe, eine lateinische und eine melkitische Pfarrei) sind sehr besorgt um ihre Gläubige und stellen fest, dass in den letzten zwei Jahren mindestens 16 Familien weggezogen sind, das entspricht etwa 80 Personen bei einer Gesamteinwohnerzahl von ca. 1500 Personen. Der lateinische Pfarrer Bashar Fawadleh zählt einige Provokationen auf: ein neuer Militärposten am Kreisverkehr vor dem Ort, das Weiden der Siedler-Herden auf palästinensischem Gebiet, das Trennen der Ortschaft von der Hauptwasserquelle, das Anbrennen von Fahrzeugen, das tägliche Eindringen von Geländefahrzeugen der Siedler in Wohngebiete. Am 29. Mai dieses Jahres hat das israelische Militär die Vorbereitungen für ein Fest zu Ehren der Gottesmutter zu blockieren versucht und nur die Intervention des Lateinischen Patriarchen, Kardinal Pizzaballa OFM hat die Feier retten können. (Quelle „Eco di Terrasanta“) Westjordanland allgemein Mitte August hat dann Itamar Ben Gvir, der israelische Minister für Nationale Sicherheit und selbst Siedler gefordert „jede Nacht in Gaza mehrere Dutzend Palästinenser zu töten“. Weiter fordert er eine dauerhafte Vertreibung der Bevölkerung aus dem Gazastreifen und – als wenn das nicht schon menschenverachtend genug wäre – setzt er seine irren, kriminellen Äußerungen fort: „Es gibt dort Menschen, die des Lebens nicht würdig sind. Sie sollten nicht leben. Sie sind nicht einmal Menschen.“ (Quelle: u.A. Tagesschau online, Deutsche Welle, Spiegel) Zwar gab es nun endlich auch in Deutschland, auch von politischer Seite, Empörung über diese Äußerungen, doch machen wir uns nichts vor: der israelische Staat verübt seit Jahren Kriegsverbrechen und Deutschland verhinderte bisher nicht nur Sanktionen, nein Deutschland schickt weiter Waffen in ein Land, welches seine Nachbarstaaten permanent angreift. Jerusalem Am Mittwoch, dem 1. Juli 2026 (Fest des kostbaren Blutes Christi) wurden in der Getsemanibasilika durch den Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Kardinal Pizzaballa OFM, zehn junge Franziskaner aus sechs Ländern (Demokratische Republik Kongo, Peru, Mexiko, Slowakei, Indien und Ungarn) zu Priestern geweiht. In seiner Predigt wollte Pizzaballa den Fokus genau auf das Zusammentreffen von Priesterweihe, Getsemane und der Wahl des 1. Juli als Datum legen: dem Tag, an dem traditionell das Fest des Kostbaren Blutes Jesu gefeiert wird. Wie der Patriarch erinnerte, sei dies „kein Zufall“. „Die Vorsehung hat diesen Tag und diesen Ort für euch auserwählt, um uns daran zu erinnern, dass das Priestertum aus dem Blut Christi geboren ist“, erklärte der Kardinal, und „jeder Priester ist berufen, Zeuge jenes Blutes zu sein, das beredter spricht als das Blut Abels.“ Pizzaballa wollte diese Wortwahl weiter ausführen, um einen grundlegenden Unterschied in der Heilsgeschichte zu verdeutlichen. „Das Blut Abels schrie nach Gerechtigkeit; das Blut Christi schreit nach Vergebung“, sagte er und betonte, wie Gott seinen eigenen Sohn für das Wohl der Menschheit opferte. Und aus diesem Opfer entstand das Priestertum, um „den Menschen jenes Blut zu bringen, das Leben schenkt“. Priesterweihe in der Getsemanibasilika © Terre Sainte
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