Im Land des Herrn | 80. Jahrgang | 2026-3

38 3/2026 IM LAND DES HERRN den zuständigen Behörden dafür eingesetzt, dass sich Kardinal Pizzaballa uneingeschränkt frei bewegen könne. Der Vorfall wurde am folgenden Morgen durch ein Treffen zwischen Polizeibeamten und Vertretern des Lateinischen Patriarchats und der Kustodie des Heiligen Landes beigelegt. Am darauffolgenden Dienstag, dem 31. März, kamen P. Francesco Ielpo und der Kardinal auf einer ohnehin für die Ostergrüße anberaumten Pressekonferenz erneut auf das Thema zu sprechen, um sich bei den vielen Unterstützern zu bedanken und zu betonen, dass der unschöne Vorfall Gelegenheit geboten habe, einige Punkte zu klären. Pater Francesco führte diese in einer kurzen englischen Erklärung auf. Die wichtigsten Punkte: Die katholische Kirche in den Heiligen Stätten hat Rechte, die sie als „grundlegend und unverhandelbar“ betrachtet. Seit sieben Jahrhunderten gewährleistet die ununterbrochene und beständige Präsenz der Brüder der Kustodie des Heiligen Landes – gemeinsam mit den Mönchen der griechischorthodoxen und armenisch-apostolischen Kirche – die Pflege der wichtigsten heiligen Stätten und wurde im Laufe der Zeit von allen nachfolgenden Herrschern anerkannt und geachtet. Die Gemeinschaft der Brüder, die zu jeder Zeit und unter allen Umständen, selbst in schwierigsten, in der Grabesbasilika residiert, sichert die Kontinuität von Gebet und Gottesdienst. Der Kustos des Heiligen Landes (wer auch immer er sein mag) ist der Obere der Franziskaner vom Heiligen Grab und benötigt keine Genehmigung – nicht einmal von der Polizei –, um Zugang zu erhalten und sein Recht auszuüben, das nicht als Privileg gesehen werden darf. Milliarden von Christen blicken nach Jerusalem und zu seinen Heiligtümern. Die israelische Regierung darf dies nicht vergessen und trägt auch Verantwortung: Sie muss, selbst wenn es schwierig ist, die Durchführung der Gottesdienste gewährleisten. Die Religionsfreiheit aller Religionen in Jerusalem muss geachtet werden. P. Francesco Ielpo fügte auf die Fragen der Journalisten hinzu, dass der Lateinische Patriarch von Jerusalem, wie jeder andere Diözesanbischof, das Recht und die Pflicht habe, den Riten der Karwoche vorzustehen. Aus „Eco di Terrasanta“, Maggio-Giugno 2026, die Übersetzung besorgte Petrus Schüler Nabi Samuil In unserer Zeitschrift haben wir uns mit dem Propheten Samuel und mit seinem Grab beschäftigt. Traurige Aktualität erhält das zusätzlich durch die Meldung, welche im Mai dieses Jahres in den Medien erschien. Die israelische Zivilverwaltung enteignete das erste Mal eine islamische heilige Stätte samt Gebiete in der Umgebung, insgesamt elf Hektar Land. Damit treibt Israel die Annektierung des Westjordanlandes voran, wie oft schon zuvor. Auf Anfrage der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA) teilte die zuständige Behörde mit: „Die aufgrund von Sicherheitsbedenken notwendigen Arbeiten geschähen in Übereinstimmung mit dem Gesetz und zum Wohle aller Gläubigen.“ Menschenleere Straße in Jerusalemer Altstadt © Igor Hollman

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