Die Autorin Camilla Sibra ist Mitarbeiterin des Hilfswerks für die Kustodie des Heiligen Landes »Pro Terra Sancta« und unterstützt unter anderem die Öffentlichkeitsarbeit der Spendenaktion »Bring Licht nach Aleppo« mit wertvollen Informationen und Bildern. Übersetzung aus dem Englischen: René Walke ofm tion im Islam überwunden und das Projekt konnte auch muslimische Familien aufnehmen. Dies erleichtert die zivilrechtliche Registrierung der Kinder und garantiert ihnen den Zugang zu Schule und psychologischen Rehabilitationsprogrammen. Im Laufe der Jahre haben die Zentren mehr als 6.000 Kinder begleitet. Franziskanerbruder Firas hat immer gesagt, wie viel ihm die Beziehung zwischen George Abou Khazen, Scheich Mahmud Akam und ihm selbst bedeutet: »Ohne diese schöne und unerwartete Freundschaft wäre das Projekt nie entstanden. Frieden ist möglich, wir leben ihn hier jeden Tag in unserem Leben und geben davon Zeugnis.« Mittlerweile ist Firas Guardian des Konvents St. Paulus in Damaskus. Heute, im Jahr 2026 – in einem noch komplexeren Kontext nach dem Sturz des Assad-Regimes, dem Machtantritt von Interimspräsident Ahmed Al-Shaara und den jüngsten Zusammen- stößen zwischen Militär und Zivilisten –, ist der Wert des interreligiösen Dialogs und der Zusammenarbeit wichtiger denn je. Dr. Binan Kayyali, muslimische Psychologin und Koordinatorin des Projekts »Ein Name und eine Zukunft«, macht bei den Kindern in den Zentren folgende Beobachtung: »Ich sehe, wie sie fest auf ihre Stifte drücken und versuchen, die Dämonen in ihrem Inneren zu vertreiben. Einige haben Angst vor uns, vielleicht erinnern sie sich an Jahre der Gewalt. Aber glücklicherweise erleben wir Kinder, die ihre Traumata langsam überwinden.« Die Franziskaner sind in Syrien an der Seite der Bevölkerung geblieben. Im Jahr 2019 ging Ordensbruder Firas durch die ärmsten Viertel von Ost-Aleppo, zwischen Trümmern und verfallenen Häusern. Heute setzen andere Ordensbrüder und auch Mitarbeiter von »Pro Terra Sancta« diesen Weg fort. Die Stadt bleibt gezeichnet, aber eine Konstante hat sich über die Jahre nie geändert: die Präsenz von Männern und Frauen, Ordensleuten und Laien, die bleiben. Dadurch konnten immer mehr Kinder in den Zentren aufgenommen werden. Es entstehen Geschichten der Hoffnung, wie die jüngste von Mohammad, der trotz der Traumata und Verletzungen heute davon träumt, Tierarzt zu werden. Die syrische Gemeinschaft ist nicht mehr nur ein Symbol für Zerstörung, sondern auch ein Zeichen kollektiver Widerstandsfähigkeit, in der interreligiöse Freundschaft, soziales Engagement und die Sorge um die Schwächsten immer wieder neue Anfänge ermöglichen. Die Franziskaner, der Apostolische Vikar, der Mufti Hilfe für die Kinder in Aleppo Seit 11 Jahren unterstützen die Bewegung »Vivere«, die Gemeinschaft der Franziskaner vom Hülfensberg und die Anne-Frank-Schule Wanfried sowie viele aktiv Helfende die Menschen in Syrien durch die winterliche Spendenaktion »Bring Licht nach Aleppo«. Weitere Informationen zum Projekt »Ein Name und eine Zukunft« und zur Bewegung »Vivere« finden Sie unter: www.supportinternational.de und unter www.vivere-leben.de und das gesamte Team von »Pro Terra Sancta« bezeugen, dass selbst inmitten von Trümmern und Konflikten das Bleiben an der Seite der Menschen zu greifbarer Hoffnung werden kann und einen Namen in eine Zukunft verwandelt, die heute beginnt. 21
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