Franziskaner Mission 1 | 2026

Vor 800 Jahren ist der heilige Franziskus von Assisi aus dieser Welt heimgegangen. Doch der Same, den er gesät hat, trägt bis heute Frucht. Im Jahr 1929 gelangte dieser Same nach Vietnam, als die Franziskaner Maurice Bertin, Hugolin Lemesre und Jean-Marie Couden im Hafen von Da Nang ankamen und damit den franziskanischen Weg auf vietnamesischem Boden eröffneten. Die Missionare gewannen rasch das Vertrauen der Menschen vor Ort. Durch ihr Leben in Armut, Einfachheit und brüderlicher Nähe zeigten sie eine neue, glaubwürdige und anziehende Weise, das Evangelium zu leben. TEXT UND FOTOS: Ignatius Nguyen Duy Lam ofm Evangelium in Wort und Tat Franziskanische Präsenz in Vietnam GESCHWISTERLICHKEIT Die franziskanische Lebensgemeinschaft verstand sich von Anfang an als missionarische Bruderschaft in Sendung. »Geht, verkündet den Menschen den Frieden und predigt Buße zur Vergebung der Sünden. Seid in der Trübsal geduldig, im Gebet wachsam, bei der Arbeit fleißig, im Reden bescheiden, in eurem Verhalten ernst und dankbar für Wohltaten, denn zum Lohn für all dies wird euch das ewige Reich bereitet« (LM III, 7). Dieser Auftrag galt allen Brüdern gleichermaßen, unabhängig davon, ob sie Priester waren oder nicht. Alle Brüder lebten den Auftrag der Sendung des Evangeliums. [vgl. Bonaventura] In seinem Testament schreibt der heilige Franziskus: »Der Herr selbst führte mich unter sie.« In derselben Weise erreichte der franziskanische Geist das vietnamesische Volk durch die fürsorgende Hand Gottes. 1935 wurde in Vinh das erste Noviziat eröffnet. Mit der ersten Profess von Johannes dem Täufer Lu’u Văn Thái ofm begann die Geschichte der vietnamesischen Minderbrüder. Wie Franziskus einst bekennen konnte, so durften auch sie sagen: »Der Herr gab mir Brüder.« Nikolai Hai ofm singt während der Katechese mit den Jugendlichen in Pleiku, Vietnam.

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