Franziskaner Mission 1 | 2026

SERAPHISCHER HEILIGER 1224 verbringt Franziskus die Fastenzeit auf dem Berg La Verna bei Assisi. Er meditiert das Bild, das sich seiner Seele bereits in San Damiano eingeprägt hat: den Gekreuzigten. Er identifiziert sich so sehr mit ihm, dass die Wundmale Jesu an seinem eigenen Leib durchbrechen. Was er zeit seines Lebens vor Augen hatte, und in der eigenen Gestalt empfing, tritt nun nach außen, sichtbar für alle. Die Legende berichtet von einem Seraph, der Franziskus begegnete und ihm die Wunden Jesu auf unbegreifliche Weise einprägte. [vgl. Anton Rozetter, Ein Anfang und was davon bleibt] In den letzten 800 Jahren haben sich immer wieder Menschen in ihrem persönlichen Leid und in ihren Verwundungen mit den Wundmalen unseres seraphischen Heiligen identifiziert und seine Fürsprache um Heilung und neues Leben angerufen. Maranhão ist bekannt für seine große Zahl an traditionellen Gemeinschaften, wie Bergbauern, Flussrandbewohnerinnen und Quilombola-Gemeinschaften. Aber die indigenen Völker wurden in Südmaranhão nahezu ausgelöscht. Heute leben sieben indigene Völker mit schätzungsweise 40.000 Menschen in eigenen Territorien, so eine Untersuchung des staatlichen Organs für die Angelegenheiten der indigenen Bevölkerung (»Fundação Nacional do Índio«, FUNAI) von 2019. Gleichzeitig belegte Maranhão 2025 den schlechtesten Platz auf dem brasilianischen Index menschlicher »Neue Allianzen« Einsatz für Menschenrechte in Nordostbrasilien TEXT UND FOTOS: Johannes Holz Entwicklung (»Índice de Progresso Social«, IPS). Es ist eines der ärmsten Bundesländer, hat mit die höchste Analphabetenrate sowie einen hohen Anteil an Landbevölkerung mit einer der niedrigsten Lebenserwartung Brasiliens. Elite gegen Indigene Grund sind tiefe soziale Verwerfungen und Konflikte in der Gesellschaft. Traditionelle Eliten sichern sich bis heute Staatsgelder, Zugriff auf Land und dessen Absicherung in ihren Interessen durch Justiz, Gesetzgebung, Sicherheitsorgane und Behörden. In der Folge agieren heute viele moderne Unternehmen ebenso. Mit vielfältigen Strategien wird seitens der Behörden ignoriert, dass traditionell ansässige Bevölkerung existiert und zu ihren verfassungsgemäßen Rechten kommen sollte. In Maranhão erreichen Landkonflikte, in denen sich die ansässige Bevölkerung gegen illegale Verdrängung und Vertreibung wehren muss, bundesweite tragische Spitzenwerte. Zwischen 2010 und 2020 wurden 76 Menschen ermordet. Mit gleicher Vehemenz führt Maranhão die Rangliste der Zerstörung von Primärwäldern an. Täglich wurden Schock über das Ausmaß der Verwüstung 24

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