Franziskaner Mission 1 | 2026

liums. Sein Gesang wird zu Gebet, Lobpreis und Verkündigung. Er beginnt, die Freude am Leben nach dem armen und gekreuzigten Christus zu besingen und wird so zum lebendigen Zeugen eines nahen, einfachen und barmherzigen Gottes, der sich besonders in den Kleinen und Ausgegrenzten offenbart. Wahre Freude Als Minnesänger Gottes verkündet Franziskus mit seinem eigenen Leben, dass wahre Freude nicht aus Besitz, Macht oder Erfolg entsteht, sondern aus innerer Freiheit und der Gemeinschaft mit Gott und den Brüdern. Seine Jugend, geprägt von Exzessen und Illusionen, verwandelt sich in einen Weg der Loslösung und Einfachheit. Er tauscht seine feinen Kleider gegen ärmliche Gewänder, die Bankette gegen den Tisch, den er mit den Ärmsten teilt, und den Beifall der Menschen gegen die stille Freude, Jesus nachzufolgen. Diese radikale Veränderung macht ihn nicht traurig oder verbittert, sondern zutiefst frei, gelassen und voller Hoffnung sowie fähig, auch inmitten von Schwierigkeiten zu singen. Diese jugendliche Dimension von Franziskus spricht die Jugendlichen von heute in besonderer Weise an. Er zeigt uns, dass Gott unsere Suche, unsere Träume und unsere Talente nicht verachtet, sondern sie annimmt, reinigt und zu einem höheren Ziel hinführt. Franziskus hat durch seine Bekehrung nichts von seiner Fröhlichkeit eingebüßt, sondern ist noch fröhlicher geworden. Sein jugendliches Herz fand Ruhe, als er sich ganz in die Hände Gottes begab und seine Unruhe in eine Mission und seine Begeisterung in großzügigen Dienst verwandelte. Seine Geschichte erinnert uns daran, dass die Jugend kein Hindernis für die Heiligkeit ist, sondern ein fruchtbarer Boden, auf dem Gott frei wirken kann. Wenn wir uns an Franziskus als Minnesänger Gottes erinnern, sind wir eingeladen, einen Glauben wiederzuentdecken, der singt, feiert und Hoffnung ausstrahlt. In einer Welt, die oft von Gewalt, Individualismus und Enttäuschung geprägt ist, erinnert uns der junge Franziskus weiterhin daran, dass es möglich ist, das Evangelium mit Leichtigkeit, Mut und Freude zu leben. Sein Gesang hallt noch immer durch die Jahrhunderte und ruft uns dazu auf, unser eigenes Leben in Lobpreisung des allerhöchsten Gottes und guten Herrn zu verwandeln. Der Autor Eurico Alves da Silva gehört der Franziskanerkustodie »Sete Alegrias de Nossa Senhora« (»Sieben Freuden Unserer Lieben Frau«) an. Über 25 Jahre hat er junge Franziskaner in Brasilien ausgebildet. Von 2019 bis 2024 lebte er im Franziskanerkloster Dortmund. Derzeit ist er Kustodieökonom und Guardian des Klosters São Francisco in Campo Grande, Mato Grosso do Sul, Brasilien. Übersetzung aus dem Portugiesischen: Márcia Santos Sant’Ana Georg Schmaußer ofm drückt seine Freude über die Schöpfung Gottes in einem Tanz durch den Klostergarten aus. Möge das 800-jährige Jubiläum des Todes von Franz von Assisi uns helfen, diese Jugend des Geistes wiederzufinden, die fähig ist, Brüderlichkeit, Frieden und das Gute zu besingen, selbst inmitten der Herausforderungen unserer Zeit, und unser Leben zu einem lebendigen, einfachen und sinnstiftenden Zeugnis des Evangeliums zu machen. 9

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