Franziskaner Mission 2 | 2026

Herbst 2025 Weitere Themen: Wehrdienst Zwischen Freiwilligkeit und Pflicht +++ Gregor Geiger OFM Ein franziskanischer Santiago-Pilger +++ Geistlicher Wegbegleiter www.franziskaner.de Franziskaner Seid Menschen Franziskaner Frühling 2026 Weitere Themen: Wenn Hoffnung gefährlich wird Venezuela aus franziskanischer Sicht +++ Franziskanische Stätten San Damiano +++ Geistlicher Wegbegleiter www.franziskaner.de Versöhnung Reisebericht MAGAZIN FÜR FRANZISKANISCHE KULTUR UND LEBENSART Um die kostenlos erhältliche Zeitschrift »Franziskaner« zu beziehen, wenden Sie sich bitte an: Provinzialat der Deutschen Franziskanerprovinz Zeitschrift Franziskaner Viola Richter Telefon: 089-211 26 150 · E-Mail: zeitschrift@franziskaner.de Im April dieses Jahres hatte ich die Gelegenheit, gemeinsam mit Augustinus Diekmann ofm, Leiter der Franziskaner Mission in Dortmund, nach Brasilien zu reisen. Dort besuchten wir Projektpartner in verschiedenen Einsatzorten. Unsere Reise führte uns in die Franziskanerprovinz von Bacabal im Nordosten des Landes sowie in die Franziskaner- Kustodie in den Bundesstaaten Mato Grosso und Mato Grosso do Sul. Besonders eine Begegnung am Rand der Stadt Campo Grande, der Landeshauptstadt von Mato Grosso do Sul, beschäftigt mich bis heute. Wagner José da Rosa ofm, ein Ordensbruder des dortigen Franziskanerkonvents und studierter Anthropologe, begleitet seit vielen Jahren indigene Bevölkerungsgruppen. Neben praktischer Hilfe und seelsorglicher Unterstützung organisiert er Gesprächskreise zu aktuellen Fragen. An einem Abend besuchten Augustinus Diekmann und ich mit ihm eine indigene Siedlung außerhalb der Stadt. Die Menschen leben dort – ohne rechtliche Absicherung, aber von den Behörden geduldet – entlang der Straße zum Flughafen in einfachsten Unterkünften. Ein Familienvater berichtete uns von den Gesprächskreisen mit den Franziskanern. Auf die Frage, was ihm besonders geholfen habe, antwortete er: »Für mich war es wichtig, mehr über die Geschichte unseres Volkes zu erfahren. Ich habe gelernt, dass wir eine eigene Würde haben, dass unser Leben und unsere Kultur wertvoll sind. Das hat mir Mut gegeben im Kampf um Land und um einen Ort zum Leben. Denn wir wurden von unserem ursprünglichen Land vertrieben, und lange hatte ich das Gefühl, nichts wert zu sein.« Wenige Wochen später dachte ich auf dem Katholikentag in Würzburg an seine Worte. Das Leitwort schien genau dazu zu passen: »Hab Mut, steh auf!« Der Autor Markus Fuhrmann ist seit 2019 Provinzialminister der Deutschen Franziskanerprovinz von der hl. Elisabeth von Thüringen mit Sitz in München. Eine Migrantenfamilie am Stadtrand von Campo Grande, im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul, freut sich über den Besuch von Wagner José Rosa ofm. Markus Fuhrmann ofm und Augustinus Diekmann ofm beim Besuch in der Familienlandwirtschaftsschule von Lago da Pedra 34

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