12 1/2026 Betanien in Zeiten von Corona und Krieg Marie-Armelle Beaulieu ie Geschichte des Dorfes Betanien – heute Al-Ezarije – ist in der christlichen, islamischen und jüdischen Tradition tief verankert. Die Geschichte der Franziskaner mischt sich dort mit der von Königinnen und Nonnen, anonymen Pilgern und islamischen Kalifen. Für Pilger ist es immer noch das für alle offene Haus, in dem sie Jesus und seine Freunde treffen können. Die Pilger empfangen, wie Jesus von Lazarus empfangen wurde Die beiden franziskanischen Brüder, die das Heiligtum bis zum Jahre 2025 betreut haben, lebten eine Gastfreundschaft, wie wir sie aus den schon zitierten Evangelien kennen. Lassen wir sie zu Wort kommen über die Schwierigkeiten der vergangenen Jahre: „Betanien ist der Ort, an dem Jesus mehr ein Mensch als Gott war. Ein Mensch, der Marta, ihre Schwester und Lazarus liebte“, so Bruder Eléazar Wronski. In diesem Heiligtum empfängt der polnische Franziskaner die Pilger im Namen der Kustodie des Heiliges Landes. „Wurden Sie wegen Ihres Vornamens dahin versetzt?“ Eléazar und Lazarus sind nämlich der gleiche Vorname. „Ich mag meinen Ordensnamen sehr, aber nein… Dass ich hierherkam, war reiner Zufall: Die Mitbrüder streiten sich nicht darum, an diesen Ort zu kommen“, sagt er mit einem breiten Lächeln. Dieser Ort, das ist das palästinensische Dorf Al-Ezarije, das am Osthang des Ölbergs errichtet wurde. Heute noch empfiehlt das Navi von Google eine Route, die an Getsemani vorbeiführt und die Basilika links liegen lässt. Verlassen Sie sich nicht auf Ihr Navi! Seit 2002 versperrt die Mauer die Fahrt auf der sogenannten „Jerichoer Straße“, die gleich nach Abou Dis beginnt. Früher trennten 3 km Al-Ezarije von der Altstadt von Jerusalem, heute sind es mindestens 15 km. Es nennt sich noch ein Dorf, obwohl der Ort beinahe 25.000 Einwohner zählt. Die Hälfte besitzt noch den Jerusalemer Ausweis, der es erlaubt, D Bruder Eleazar, links der Komplex von Kloster und Kirche © MAB/CTS
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