1/2026 19 das Land der Verheißung würde bringen können. Nur Josua (und Kaleb) versuchten ihren Brüdern Mut zu machen mit dem Hinweis auf Gottes Beistand. Sie erreichten jedoch nichts, und Gott verhängte über die Murrenden ein strenges Strafgericht: Kein Erwachsener solle den Fuß in das Gelobte Land setzen (auch Mose nicht, da er beim Wunder vom „Wasser aus dem Felsen“ an Gott gezweifelt hatte). Nur Josua und Kaleb waren von dieser Strafe ausgenommen. Und Gott bestimmte Josua für die Aufgabe, die Kinder Israels nach Kanaan zu führen und das eroberte Land unter die einzelnen Stämme zu verteilen. Feier des Neubeginns In unserer liturgischen Leseordnung (1. Lesung, 4. Fastensonntag C) wird ein kurzer Josua-Text vorgestellt (Jos 5,10–12), der den Abschluss der Wüstenwanderung und den Neuanfang im Kulturland Kanaan beschreibt. Es heißt da: „In jenen Tagen sagte der Herr zu Josua: Heute habe ich die ägyptische Schande von euch abgewälzt. Als die Israeliten in Gilgal ihr Lager hatten, feierten sie am Abend des vierzehnten Tages jenes Monats in den Steppen von Jericho das Pascha. Am Abend nach dem Pascha aßen sie ungesäuerte Brote und geröstetes Getreide aus den Erträgen des Landes. Vom folgenden Tag an blieb das Manna aus. Von da an hatten die Israeliten kein Manna mehr, denn sie aßen in jenem Jahr von der Ernte des Landes Kanaan.“ Mit diesem Text haben wir uns endgültig von Mose verabschiedet. Die Israeliten haben ihre ersten Schritte in das „Gelobte Land“ getan und gönnen sich (unter der Führung des Josua) eine Ruhepause. Sie schauen vorwärts und rückwärts und betrachten ihr Schicksal im Lichte Gottes. In diesem Licht betrachtet – das erkennen sie sehr gut – war manches in ihrem Leben dunkel. An die Feier des Paschafestes z. B. hat man in der Wüstenzeit gar nicht mehr gedacht. Viele jüdische Männer haben sich in den letzten Jahrzehnten nicht mehr beschneiden lassen. Das Volk hat sich immer wieder gegen Mose (und damit gegen Gott) aufgelehnt und damit gegen den beschwerlichen Weg in die Freiheit protestiert. Den wahren Gott hat man zeitweise mit einem selbstverfertigten Goldenen Kalb vertauscht. Gegen das Manna, das Brot vom Himmel, hat man gelästert und sich nach der ägyptischen Sklaverei mit ihren wohlgefüllten Fleischtöpfen zurückgesehnt. – Das alles liegt nun viele Jahre zurück. Israel hat die Grenzen seiner Josua und die Richter Josua und die Richter Rechts im Bild der Tod und Begräbnis des Mose, links daneben wird Josua (hier als Kriegsmann) von Mose zur Erkundung des Landes Kanaan geschickt. Lorenzkirche Nürnberg
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