1/2026 21 die ägyptische Schande von euch abgewälzt! Geht nun euren Weg, den Weg in ein neues Land und in eine große Zukunft!“ Die Eroberung Jerichos Schauen wir nach diesen theologischen Überlegungen auf den Kriegsmann Josua, der vor der Aufgabe steht, das Heilige Land „mit Gottes Hilfe“ zu erobern. – Dieses Angewiesensein auf himmlischen Beistand wurde Josua dadurch klar gemacht, dass er eines Tages vor der mächtigen Stadt Jericho einen Mann mit einem gezückten Schwert in der Hand erblickte, der sich als „Anführer des himmlischen Heeres“ vorstellte. Josua fiel vor ihm nieder, um ihm zu huldigen. Und der geheimnisvolle Fremde sagte: „Zieh deine Schuhe aus, denn der Ort, wo du stehst, ist heilig.“ Josua tat so, und er wusste nun: Gott ist mir nahe und be- gleitet meine Unternehmungen mit seinem Beistand. Besonderen Respekt hatten die Israeliten vor der stark befestigten Stadt Jericho. Sie galt als uneinnehmbar. Gott selber musste den Kriegern Anweisungen geben, wie sie die Mauern von Jericho zum Einsturz bringen konnten. Sechs Tage lang umkreiste das jüdische Heer täglich einmal die Stadt und begleitete diese Prozession (in der die Bundeslade mitgetragen wurde) mit lautem Hörnerklang. Am siebten Tag zog man siebenmal um die Mauern, blies sieben Widderhörner und ließ durch das Volk ein lautes Kriegsgeschrei anstimmen. Und wie Jahwe verheißen hatte, stürzten die Mauern von selber ein; die Israeliten konnten mühelos über die Trümmer steigen und Jericho erobern. (Seitdem weiß jeder Bibelkundige, dass Kämpfe nicht nur mit Waffen entschieden werden, sondern dass dabei auch psychologische Techniken, wie die „Posaunen von Jericho“ eine wichtige Rolle spielen!) Das Sonnenwunder von Gibeon Nachdem das mächtige Jericho gefallen war, rückten die Israeliten gegen die große Stadt Ai vor. Aber diesmal waren sie nicht erfolgreich. Die Männer von Ai zwangen die Angreifer zur Flucht und erschlugen 36 von ihnen. Für die sieggewohnten Juden, vor allem für Josua, war diese Niederlage ein Schock. Hatte Gott sein Volk im Stich gelassen? Wollte er es seinen Feinden ausliefern? Josua haderte einen ganzen Tag lang mit seinem himmlischen Herrn und Vater. Dann erhielt er eine Antwort, die alles klarstellte: Ein gewisser Achan aus dem jüdischen Heer hatte sich gegen Gottes ausdrücklichen Befehl am Beutegut von Jericho vergriffen und Gold, Silber und einen kostbaren Mantel zum eigenen Gebrauch auf die Seite geschafft. Die Niederlage von Ai war also Gottes Strafe für diesen Frevel, den Josua schleunigst sühnte, indem er Achan im Tal Achor (so nannte man den Ort im Anklang an seinen Namen) steinigen ließ. Von jetzt an war das Kriegsglück wieder auf Seiten Israels. Die Stadt Ai konnte problemlos eingenommen werden. Um dem Schicksal der Eroberung oder Versklavung zu entgehen, verbündeten sich schließlich fünf Kanaaniterkönige gegen Josua und Die mächtigen Mauern Jerichos, heute noch sichtbar auf dem Tell es Sultan Josua und die Richter Josua und die Richter
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