1/2026 25 dieser Männer gehörte auch die Rechtsprechung (daher der Name „Richter“). Insgesamt treten in der Bibel (wegen der Zwölfzahl der jüdischen Stämme) zwölf Richter auf, die man nach dem Umfang der Nachrichten, die über sie erhalten sind, in sechs „große“ und sechs „kleine Richter“ einteilt. Die kleinen Richter übten ihr Amt im Frieden aus. Sie waren nicht nur mit der Rechtsprechung betraut, sondern kümmerten sich auch um die zivile Verwaltung (und trugen dazu bei, dass später, nämlich in der Königszeit, in Israel eine monarchische Verfassung eingeführt werden konnte). Populär und aufregender sind die „großen Richter“. Es sind Kriegshelden, die wahre Wundertaten vollbringen. Der theologische Hintergrund für das Wirken dieser Heroen ist fast immer der gleiche. Die Israeliten sind wieder einmal ihrem Gott untreu geworden und fremden Götter nachgelaufen. Und Gott hat sie zur Strafe in die Gewalt eines fremden Volkes (Kanaanäer, Midianiter, Philister, Moabiter) gegeben. In ihrer Not besinnen sich die Versklavten auf die Macht und Güte ihres himmlischen Herrn und Vaters und schreien um Hilfe. Der lässt sich erweichen und schickt einen Retter in Gestalt eines „großen Richters“. Gideon Als Kriegsheld nimmt Gideon den ersten Rang unter den zwölf Richtern ein. Sein Name wird mit „Haudegen“ oder „Fäller“ erklärt (von hebräisch „gada – abhauen, zerbrechen“). – Gideons Heimat war Ofra, das man in der Nähe von Samaria, im Stammesgebiet von Manasse, vermutet. – Zu seinem Auftreten als Richter wurde Gideon durch die Schikanen motiviert, die midianitische Kamel-Nomaden über das jüdische Kulturland brachten. Durch die Zähmung des Kamels bzw. Dromedars (die gerade in der „Richterzeit“ erfolgte) war es gewissen Beduinenstämmen möglich geworden, in kurzer Zeit große wasserlose Räume zu durchqueren und Raubzüge in Gebiete zu unternehmen, in denen Ackerbau betrieben wurde. Gefürchtet war der Stamm der Midianiter, von dem wir im Richterbuch lesen: „Sie besaßen Kamele, zahllos wie der Sand am Ufer des Meeres... Sie belagerten die Israeliten und vernichteten die Ernte des Landes... Sie ließen keine Lebensmittel übrig, auch kein Schaf, kein Rind und keinen Esel... Denn sie kamen so zahlreich wie die Heuschrecken herbei“ (vgl. Ri 7,12; 6,4). Die Juden konnten gegen die Übermacht dieser Feinde nichts ausrichten. Sie verarmten durch deren Einfälle immer mehr. Wann immer diese Räuber aus der Wüste auftauchten, verkrochen sich die israelitischen Bauern in Schluchten und Höhlen der Berge und waren vor Angst wie gelähmt. Die Berufung des Befreiers Gideon Schließlich erbarmte sich Gott (wieder einmal!) seiner Kinder. Nicht weil sie es verdient hatten, sondern weil er Mitleid mit ihnen hatte. – Unter den vielen jüdischen Männern, die damals lebten, wählte Gott einen völlig unbedeutenden und Kamelfamilie am Toten Meer Josua und die Richter Josua und die Richter
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