Im Land des Herrn | 80. Jahrgang | 2026-1

1/2026 27 fremden Kamel-Nomaden waren tüchtige und vor allem flinke Krieger. Um seine Unsicherheit zu überwinden, erbat Gideon von Gott ein Zeichen. Er sagte: „Wenn du Israel wirklich durch meine Hand retten willst, wie du versprochen hast – sieh her: ich lege frisch geschorene Wolle auf die Tenne. Wenn der Tau heute Nacht allein auf die Wolle fällt und der übrige Boden trocken bleibt, dann weiß ich, dass du Israel durch mich retten wirst.“ – Das Wunder trat ein, aber der vorsichtige Gideon bat noch um ein zweites Zeichen: Am nächsten Tag möge der Boden nass sein und die Wolle trocken bleiben. Wieder geschah alles nach Wunsch. Jetzt endlich war Gideon von seinem Sieg überzeugt. Mit 32.000 Mann rückte er gegen die Midianiter vor und schlug sein Lager südlich von ihnen auf (an der Harod-Quelle am Fuß des Gilboa-Gebirges). „Auf den Hund gekommen“ Die große Zahl von Kriegern, die Gideon anführte, war nicht im Sinn der göttlichen Vorsehung. Gott wollte nicht, dass sich die Israeliten rühmten: „Wir haben uns selber von unseren Feinden befreit, unsere geballte Streitmacht und unser Kampfesmut haben dieses große Werk vollbracht!“ – Nein, Israel sollte erfahren, dass seine Rettung mehr ein Geschenk Gottes als eigene Leistung war. Gideon musste also die Zahl der Krieger drastisch verringern. Er tat das zunächst dadurch, dass er ausrufen ließ: „Wer Angst hat, darf heimkehren!“ – 22.000 Männer ließen sich das nicht zweimal sagen und machten sich davon. – Aber der Rest von rd. 10.000 war in den Augen Gottes immer noch zu stattlich. Gideon musste die Krieger an die Wasserstelle (der Harod-Quelle) führen und sie beim Trinken beobachten. Und Gott sagte: „Alle, die das Wasser mit der Zunge auflecken wie das ein Hund tut, sollen mit dir in den Kampf gehen.“ Das aber waren genau 300 Mann. – Es ist gewiss eine demütigende Art der Erprobung, die Gott hier verlangt. Die Leute Gideons sollen sozusagen erst „auf den Hund kommen“, um der Teilnahme am Kampf gegen Midian gewürdigt zu werden (M. Görg). Damit wird augenfällig, dass militärische Kraft in der bevorstehenden Auseinandersetzung nichts bedeutet. Israel soll sich seiner Ohnmacht bewusst werden, um dafür der Hand Gottes alle Macht zuzutrauen. Harod-Quelle am Fuße des Gilboa-Gebirges Josua und die Richter Josua und die Richter

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