IM LAND DES HERRN 28 1/2026 Nächtlicher Überfall In einer der nächsten Nächte umzingelte Gideon mit seinen 300 Kämpfern, die alle Hörner bliesen und Fackeln schwangen, das Lager der Midianiter. Diese gerieten durch den unerwarteten Überfall in solche Verwirrung, dass sie sich gegenseitig umbrachten oder panikartig die Flucht ergriffen. Gideon verfolgte sie bis an den Jordan, wo seine Brüder aus dem Stamm Efraim im Hinterhalt lagen und die Fürsten Oreb und Seeb gefangen nahmen und töteten. Insgesamt fielen 120.000 Midianiter. Gideon gelang es schließlich noch, die beiden flüchtigen Könige Midians (Sebach und Salmunna) einzuholen und hinzurichten. – Israel konnte aufatmen. Es hatte nun 40 Jahre hindurch Ruhe vor den räuberischen Kamel-Nomaden aus der Wüste. Der Schatten auf Gideons Lebenswerk Gideon löste mit seiner Tat bei seinen Brüdern Begeisterung aus. Man trug ihm die Königswürde an. Er aber lehnte ab mit der Bemerkung, nur Gott dürfe der „König Israels“ sein. – Aber ähnlich wie Aaron, der Bruder des Mose, machte auch Gideon einen schweren Fehler. Er erbat sich als eine Art „Kriegsbeute“ aus dem Nachlass der Midianiter deren Stirnbänder aus Gold (eine Menge von etwa 25 kg Gold) und er ließ daraus ein „Ephod“ gießen, das sehr bald wie ein Götzenbild verehrt wurde. – Der Begriff „Ephod“ ist schwer zu übersetzen. In unserem Fall meint er wohl ein mit Gold überzogenes Jahwe-Bild, dessen Herstellung gegen das Bilderverbot des Mosaischen Gesetzes verstieß. Diese Tat (die vielleicht gut gemeint war) brachte Gideon kein Glück. – Sein Sohn Abimelech, der nicht so bescheiden war wie sein Vater, strebte bewusst nach der Königswürde. Und er ließ von kriminellen Leuten, „die nichts zu verlieren hatten“, alle seine Brüder und möglichen Konkurrenten (es waren 70 an der Zahl, da Gideon einen großen Harem mit vielen Kindern hatte) an einem Tag umbringen. Nur der Jüngste aus der Sippe, der sich versteckt hatte, blieb übrig. So kam großes Leid über die Familie eines Mannes, der im Dienste Gottes Großes für sein Volk geleistet hatte. Das Grab des Josua in schiitischer Tradition, Al Nabi Yusha, nahe Safed Das „Vlies“ des Gideon (in der Einheitsübersetzung „Wolle“), Richter 6,38, Wallfahrtskirche Hülfensberg, Eichsfeld
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