Im Land des Herrn | 80. Jahrgang | 2026-3

3/2026 15 as muslimische und jüdische Heiligtum Nabi Samuil (arab.)/Nevi Samuel (hebr.), „Prophet Samuel“, erhaben auf einem Berg (890 m ü. d. M., siehe hinteres Umschlagbild) 8 km nordwestlich von Jerusalem gelegen, verehrt das Grab des biblischen Propheten Samuel. Die antiken schriftlichen Quellen über seine Grabstätte geben kein klares Bild über die Lokalisierung dieses Grabes. Die archäologischen Untersuchungen des Ortes vermehren sogar die Unklarheiten anstatt sie zu lösen. Samuel starb und ganz Israel versammelte sich und hielt für ihn die Totenklage. Man begrub ihn in seinem Haus in Rama (1 Sam 25,1). Schon diese biblische Angabe ist zweideutig: Handelt es sich dabei um Rama/Ramatajim in Efraim, die Heimat des Propheten (1 Sam 1,1; vgl. S. 283), oder um Rama in Benjamin (siehe S. 304)? Für letzteres spricht Samuels Begegnung mit dem Benjaminiter Saul, den er zum König salbte (1 Sam 9–10). Aus byzantinischen Chroniken wissen wir von einer Überführung der Reliquien Samuels nach Konstantinopel im Jahr 406 n. Chr., wobei der Ausgangspunkt nicht klar ist. Prokopius von Cäsarea (Mitte des 6. Jahrhunderts) erwähnt ein Kloster St. Samuel, dessen Lage aber ebenfalls unklar ist. Der jüdische Pilger Benjamin von Tudela (1171) berichtet von einer weiteren Übertragung der Reliquien: Die Kreuzfahrer hätNabi Samuil Heinrich Fürst OFM/Gregor Geiger OFM D Übersicht der Anlage © wicicommons-Avraham Graicer

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