16 3/2026 IM LAND DES HERRN ten sie aus Samuels Heimat Rama in die hiesige Samuelsbasilika gebracht. Seitdem ist die Identifizierung des Ortes mit dem Grab Samuels Allgemeingut bei Juden, Christen und Muslimen. Die Archäologie ergibt folgendes Bild: Aus der alttestamentlichen Zeit (Eisenzeit) gibt es vereinzelte Funde, allerdings keine Gebäude, sondern nur Kleinfunde im Füllmaterial der späteren Überbauung. In hellenistischer Zeit (2. Jahrhundert v. Chr.) wurde hier ein Dorf errichtet, das im folgenden Jahrhundert wieder aufgegeben wurde. Viele seiner Häuser sind gut erhalten, man hat sie beim Betreten des Ausgrabungsgeländes links vor sich. Aus der byzantinischen Zeit gibt es nur spärliche Funde. Es fehlt jede Spur einer Kirche oder eines Klosters, entweder weil es diese hier nie gegeben hat oder weil sie ganz unter den Kreuzfahrerbauten verschwunden sind. Die meisten der heute sichtbaren Gebäude und Ruinen stammen aus der Kreuzfahrerzeit. Die Kreuzfahrer nannten den Berg Mons Gaudii, „Freuden-Berg“, weil sie von hier aus zum ersten Mal Jerusalem erblickten. 1157 errichteten Prämonstratenser eine Kirche mit Krypta,die dem Propheten Samuel geweiht war. Ob das Grabmahl in der Krypta tatsächlich auf die Kreuzfahrerzeit zurückgeht, ist unklar. Die Befestigungsmauer, die den Kirchenkomplex umgab, ist noch gut zu erkennen. Um sie herum war ein Burggraben angelegt, der gleichzeitig als Steinbruch diente. An der Westseite des Komplexes – hier war ursprünglich der Eingang der Kirche – ist die Steinbruchtätigkeit noch gut zu erkennen, da sie hier nicht vollendet wurde. Nördlich der Kirche ist der Graben zu einem Platz geweitet, auf dessen gegenüberliegender Seite noch Ställe und Pilgerunterkünfte zu erkennen sind. 1730 wurde in den Ruinen der Kreuzfahrerkirche eine Moschee errichtet. Diese wurde während des Ersten Weltkriegs schwer beschädigt und in den folgenden Jahren in der heutigen Gestalt wieder aufgebaut. Aus dieser Zeit stammen auch die jüngsten Ruinen, die zum Dorf Nabi Samuil gehörten – geht man vom Eingangsbereich des Ausgrabungsgeländes in Richtung Kirche/ Moschee, hat man sie zur Rechten. Ein Teil des Häuserstrukturen der hellenistischen Zeit Kreuzfahrerzeitliche Kapitelle an der Außenmauer des Gebäudes Überreste der Ställe
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