Im Land des Herrn | 80. Jahrgang | 2026-3

3/2026 17 arabischen Dorfes (220 Einwohner) besteht bis heute (östlich der archäologischen Zone und des Heiligtums). Nachdem 1967 diese Gegend israelisch besetzt wurde, wurde die Krypta in eine Synagoge umgestaltet, der Zugang muslimischer Beter zur Moschee eingeschränkt. Manche der jüdischen Beter, die in den letzten Jahren vermehrt diesen Ort aufsuchen, sehen den Besuch der heiligen Stätte durch Andersgläubige (auch christliche Pilger oder Touristen) ungern. Leider ist dieses eigentlich ökumenische Heiligtum ein Beispiel für das problematische Nebeneinander unterschiedlicher Religionen und Völker im Heiligen Land. Ist das Samuelsgrab mit zahlreichen Fragezeichen behaftet, so befindet man sich hier bei anderen biblischen Ereignissen auf sichererem Boden. In der Vergangenheit wurde für den Ort die Identifizierung mit dem biblischen Mizpa vorgeschlagen, was aufgrund der fehlenden Bebauung aus jener Zeit unwahrscheinlich ist. Dagegen darf man hier die Kulthöhe des nahen Gibeon annehmen, Schauplatz mehrerer biblischer Erzählungen. (Siehe wieder hinteres Umschlagbild: Aufnahme vom nahen Gibeon – heutiges arabisches Dorf El Gib – her, die Höhenlage ist erkennbar) Die grausige Episode 2 Sam 21,1–14 berichtet von der Hinrichtung von sieben Söhnen König Sauls. Rizpa, die Mutter zweier dieser Söhne, harrte monatelang bei deren Leichen aus und verscheuchte Raubtiere, bevor König David sie bestatten ließ. Positiver ist eine weitere biblische Erinnerung, die berühmte Bitte König Salomos um Weisheit: Salomo, der Sohn Davids, gewann Macht in seinem Königtum, der HERR, sein Gott, war mit ihm und ließ ihn überaus stark werden. Er sprach mit Nabi Samuil Nabi Samuil Gebet von Moslems und Juden in abgetrennten Räumen am Grab Samuels Einwohner des arabischen Dorfes nach dem Freitagsgebet in der Moschee

RkJQdWJsaXNoZXIy NDQ1NDk=