20 3/2026 Prozession durch Dorf und Flur Ramsau zieht, ist vor dem Geburtshaus der zweite Altar aufgebaut. Die Familie Kolland-Sporer wohnte hier zur Miete. Mit deren Wegzug in die Steiermark endet auch die „Kolland-Geschichte“ des Anwesens. Es soll angefügt werden, was ein Franziskaner im Jahre 1879 über die Menschen der Gegend sagt, denn es trifft auch sehr gut den späteren Heiligen: „… Die Oberzillerthaler sind ein schöner, hoher, kräftiger Menschenschlag, arbeitsam, ausdauernd bis ins hohe Greißenalter, geistig sehr begabt. Der Bauer weiß seine Gründe wohl zu bewirthschaften, der Knabe, der in die Stadt fortzieht zum Studiren, glänzt häufig durch seine Talente; zahlreiche Bewohner müssen in die Fremde gehen, um bei dem nichts ausreichenden Erträgniß des Bodens ihren Unterhalt anderswo zu suchen. Die Einen gehen jeden Winter über die Gerlos nach Pinzgau, Pongau, Lungau nach OberSteiermark, um sich in Holzarbeiten ihr Brod zu verdienen …“ Doch noch ein zweites Haus kann mit Recht als Familienhaus der Kollands bezeichnet werden, um dieses Haus soll es in diesem Beitrag vorrangig gehen. Schon seit Generationen hing die Familie Kolland der protestantischen Bewegung an, die im Zillertal sehr verbreitet war und zusätzlich noch durch Wanderarbeiter begünstigt wurde. Es gab vorwiegend im hinteren Zillertal heftige Konflikte, auch Störungen von religiösen Veranstaltungen und auch Auseinandersetzungen innerhalb von Familien. Der neue Fürsterzbischof Friedrich von Schwarzenberg besuchte kurz nach seinem Amtsantritt einige Familien, um sie wieder für die Kirche zu gewinnen, u. a. auch die Kollands. Die „Inklinanten“ (von lateinisch „Inclinare“ – „hinneigen“, weil sie zum Protestantismus „hinneigten“) wurden in Tirol nicht mehr geduldet und mussten sich durch eine politische Anordnung entscheiden, entweder in die Kirche zurückzukehren oder auszuwandern. Im Jahre 1837 verließen IM LAND DES HERRN Tafel der Auswanderer in der Mitte des Dorfes
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