3/2026 23 Das Heilige Grab zu Lerschach bei Toblach und die Heiliggrabkapelle in Wiesen bei Sterzing (Südtirol) Petrus Schüler OFM n den vorausgegangenen Artikeln zum Thema der Heiligen Gräber im deutschsprachigen Raum haben wir oft den Palästinaforscher Gustaf Dalman (1855–1941) zitiert, der mit einem bemerkenswerten Fleiß in seinem Buch „Das Grab Christi in Deutschland“ (Leipzig 1922) die Nachbildungen des Grabes Christi behandelt. Dafür bereiste Dalman in den Jahren 1915 bis 1917 das damalige Deutschland und schuf damit eine grundlegende und bis heute gültige Aufstellung dieser Bauten. Ähnlich akribisch wie Dalman beschäftigte sich der Südtiroler Augustiner-Chorherr Erwin Adalbert Steinmair aus dem Kloster Neustift bei Brixen (1934–1995) in seinem Buch „Heiliggrab-Denkmäler in Südtirol“ den Nachbauten des Jerusalemer Grabes in seiner Heimat. Alle diese Anlagen haben wir in den letzten Jahren in unserer Zeitschrift vorgestellt: das „Außerkirchl“ in Innichen, den Kalvarienberg mit dem Heiligen Grab oberhalb von Bozen und das Heilige Grab in Spinges. In dieser Aufzählung fehlten bis jetzt das Heilige Grab zu Lerschach bei Toblach und die Heiliggrab-Kapelle in Wiesen bei Sterzing. Letztere fällt etwas aus dem Rahmen, weil hier nicht die Aedicola (Jerusalemer Grabbau) nachgebaut worden ist. Beginnen wir zunächst mit der Anlage von Toblach. Der Kreuzweg von Toblach zur Kapelle Dieser Kreuzweg ist der älteste im gesamten Tirol (!), hat fünf Stationen und nimmt seinen Anfang bei der Pfarrkirche des Ortes. Auf einer I Erste Station des Kreuzweges
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