Im Land des Herrn | 80. Jahrgang | 2026-3

IM LAND DES HERRN 24 3/2026 Strecke, die den Entfernungen von Jerusalem entsprechen soll, sind in offenen Kapellen durch Michael Parth aus Bruneck im Jahr 1519 die folgenden Szenen der Passion Christi in volkstümlicher Weise dargestellt: Erste Kapelle: Jesus vor Pilatus Zweite Kapelle: Jesus begegnet seiner Mutter, Veronika und Simon von Kyrene, der ihm das Kreuz tragen hilft Dritte Kapelle: Jesus fällt unter der Last des Kreuzes Vierte Kapelle: Jesu letzte Rast auf dem Leidensweg, Jesus wird seiner Kleider beraubt, Vorbereitung der Kreuzigung Fünfte Kapelle: Kreuzigung Der Kreuzweg folgt der „Maximilianstraße“, denn Kaiser Maximilian I. (1459–1519) ist eng mit der Geschichte von Kreuzweg und Kapelle verbunden: 1508 wollte er durch das damals venezianische Gebiet nach Rom ziehen, um dort zum Kaiser gekrönt zu werden, jedoch verwehrte ihm die Republik Venedig den Durchzug. Die nachfolgenden, langen Kampfhandlungen waren für den Kaiser eine große Herausforderung. Maximilian wurde der Initiator des Kapellenbaus, hauptsächlich aus Dank für die damit verbundene Erstürmung der Burg Peutelstein. Der Kaiser erlebte die Errichtung des Kreuzweges nicht mehr. Heilig-Grab-Kapelle Die Rundkapelle liegt auf einem länglichen Hügel östlich des Ortes und ist in Südtirol die älteste Nachahmung der Jerusalemer Grabkapelle. Diese befindet sich aber nicht im Zentrum des Rundbaus, sondern im linken, nördlichen Bereich und lässt so den Blick auf den Altar im Osten frei. Wie in Jerusalem, kann der Bau auch hier von Osten betreten werden. Eine Engelskapelle fehlt hier – wohl aus Platzgründen, denn die Seiten des quadratischen Raumes sind weniger als zwei Meter lang. Wie in Jerusalem ist die (hölzerne) Grabbank im rechten Bereich des Raumes und ist mit einer Christus-Figur versehen. Schon 1899 bemerkte ein Chronist an: Äußeres der Kapelle

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