Im Land des Herrn | 80. Jahrgang | 2026-3

30 3/2026 Es sind grob gesagt auch zwei Stadttore, zwischen denen sich das Quartier erstreckt: im Süden das Zionstor und im Westen das Jaffator. Wie schon der Name sagt, führt das Zionstor zum Berg Zion, der hier in der Stadtlandschaft nicht als „Berg“ erscheint, sondern nur durch eine kleine Senke getrennt, in der gleichen Höhe wie das Armenische Viertel liegt. Ohne auf die lange und bewegte Geschichte der Armenier und der Armenischen Kirche eingehen zu wollen, soll erwähnt werden, dass schon im vierten Jahrhundert von armenischen Pilger in Jerusalem berichtet wird. Die Bedeutung des Armenischen Viertels als Mittelpunkt armenischen Lebens in der Stadt kristallisierte sich erst mit der Zeit heraus; als Beispiele seien genannt der Klostergründer Euthymius und der damit verbundene Einfluss auf das Mönchtum der judäischen Wüste und eine Ansammlung an armenischen Niederlassungen nördlich der Altstadt: geht man vom Damaskustor in nördliche Richtung aus der Altstadt hinaus (viele deutsche Pilger kennen das Paulus-Haus an dieser Stelle), erreicht man ein Gebiet in welchem sich sowohl Klöster der Griechen wie auch der Armenier befanden. Davon ist heute absolut nichts mehr zu sehen. Kehren wir nun zurück zum Armenischen Viertel. Wer als Besucher jemals das Viertel besucht hat, kennt die Kathedrale des Hl. Jakobus, den Mittelpunkt des Viertels, auf die wir in einem späteren Artikel eingehen werden. Doch das ist nicht die einzige Kirche, wenn auch die bedeutendste. Südöstlich des Haupteinganges gelangt man durch Gassen und Höfe, vorbei an Bibliothek und Armenischer Schule zu Kloster und Kirche der hl. Erzengel, auch „Armenisches Haus des Hannas“ oder „Ölbaum-Kloster“ genannt. Ein direkterer Zugang bietet der Eingang zum Armenischen Museum, doch ist für eine Besichtigung immer eine Voranmeldung erforderlich. „Wegweiser“ im Armenischen Viertel: dargestellt der Ölbaum, dessen Zweige auch Pilgern mitgegeben wurden und für die Prozession am Palmsonntag benutzt wurden, sowie die Steine („Hosanna-Steine“) die geschrien hätten, wenn die Jünger geschwiegen hätten (Lk 19,40) moderne armenische Kachel IM LAND DES HERRN

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