Im Land des Herrn | 80. Jahrgang | 2026-3

3/2026 33 empfangen und nach einem Gebet bedankt sich der Kustos der Franziskaner für die damalige Gastfreundschaft. Die (armenische) Tradition des „Haus des Kajaphas“ auf dem Zion Folgen wir der Chronologie der Verurteilung Jesu in der Nacht seines Verrates, so hören wir bei Johannes 18,24: „Da schickte ihn Hannas gefesselt zum Hohepriester Kajaphas.“ Die Vorstellung des Hauses des Kajaphas auf dem Zion ist alt; schon im 4. Jahrhundert berichtet der Pilger von Bordeaux von diesem, aber eher an der Stelle, wo heute St. Peter in Gallicantu liegt. Um das Jahr 1000 herum wandert diese Tradition weiter hinauf auf den Gipfel des Zion und in der Kreuzfahrerzeit wird eine Kirche gebaut, die dann fast ständig in den Händen der Armenier blieb. Im 15. Jahrhundert wird dann im Süden ein „Kerker Christi“ angefügt. Diese Kirche im Areal des Armenischen Friedhofes kann an Samstagen besucht werden: man verlässt die Altstadt durch das Zionstor und wendet sich sofort rechts zum Tor des Armenischen Friedhofes. Vorbei an Ausgrabungen und der Bauruine der armenischen Erlöser-Kirche kommt man zum kleinen, etwas versteckt liegenden Kirchlein (7,3 x 6,2 m). Die Kirche, die aufgrund ihrer Lage auf dem Zion im 20. Jahrhundert öfter schwer beschädigt wurde, ist in den letzten Jahren intensiv restauriert worden. Leider wurden dabei die vielleicht nicht mehr modisch erscheinenden armenisch-türkischen Keramikfliesen entfernt. Diese Fliesen findet man jedoch noch in reicher Ausführung im Klosterbereich: hier sind die Gräber der armenischen Patriarchen und anderer armenischer Kleriker prachtvoll ausgestattet worden. Die (wenigen) byzantinischen Mosaikreste befinden sich unter den Armenisches Viertel Armenisches Viertel Pforte des Armenischen Grundstücks, ein armenischer Mönch öffnet

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