32 3/2026 IM LAND DES HERRN phas, der in jenem Jahr Hoherpriester war. Joh. 18,13 Nur das Johannes-Evangelium kennt dieses erste Verhör Jesu, welches von der armenischen Tradition hier verortet wird und ausgeschmückt: „Die Armenier, nennen es die Kirche der hl. Erzengel, zu Ehren der Engel, die nach der Ansicht der hl. Väter ihre Gesichter verhüllten, als der Herr von einem Knecht des Hohepriesters (Hannas) geschlagen wurde“ (Hintlian, History) Hier wird die Verbindung hergestellt zum Vers 22 im gleichen Kapitel: „Als er dies sagte, schlug einer von den Dienern, der dabeistand, Jesus ins Gesicht …“ Um eine weitere Tradition und Reliquie wird der Ort im 15. Jahrhundert bereichert: in einem nördlich der Kirche gelegenen kleinen Garten steht ein Ölbaum, an dem Christus während des Verhörs gefesselt wurde. Dieser Ölbaum war Namensgeber für das Dair al-Zetun, „Kloster des Ölbaumes“. So erklärt sich der dreifache Name „Haus des Hannas“, „Kloster der Erzengel“ und „Ölbaumkloster“. Die dreischiffige Kirche im Basilika-Stil ähnelt sehr den anderen Kreuzfahrer-Kirchen im Heiligen Land. Im nördlichen Teil gibt es einen „Kerker Christi“. Der breit angelegte Narthex der Kirche mit seinen zahlreichen Kreuzsteinen bezeugt eine starke Verehrung der Passions-Reliquien in früheren Zeiten. Für die Franziskaner hat dieses Kloster eine große Bedeutung: als sie 1551 aus ihrem Kloster beim Abendmahlsaal vertrieben wurden, nahmen die Armenier sie für Jahre als ihre Gäste auf, bevor sie dann Jahre später von den Georgiern das spätere Salvatorkloster erwerben konnten. Einmal im Jahr auf ihrem Pilgergang zum Abendmahlsaal am Gründonnerstag werden die Brüder in dieser Kirche vom armenischen Klerus Der für die Kirche zuständige armenische Priester Ghevout Hovhannisyan Gebet der Franziskaner am Gründonnerstag beim Pilgergang © MAB-CTS
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