Franziskaner Mission 2 | 2026

Aufgrund von Jahrtausenden der Migration leben Menschen heute überall auf der Welt und fühlen sich in allen Ländern zuhause. Migration ist eher normal als außergewöhnlich. Aber in heutigen Zeiten wird das Thema oft politisch instrumentalisiert. Das Leben ist eine Reise Migration gestern und heute TEXT: Frank Hartmann ofm | FOTO: Macela Villalobos Cid Migration ist nichts Neues. Migration ist wesentlicher Bestandteil unserer Menschheitsgeschichte. Alle heutigen Menschen, so sagen viele Wissenschaftler, besäßen sogar noch die DNA von Vorfahren, die vor etwa 200.000 Jahren im südlichen Afrika lebten. Die Geschichte der Migration beginnt buchstäblich »bei Adam und Eva« und mit deren Vertreibung aus dem Paradies. Einige Sprünge durch die Zeit: Vor rund 48.000 Jahren erreicht »homo sapiens« Europa und vor 20.000 Jahren Nordamerika. Eine kleine Gruppe Israeliten flüchtet vor 3.000 Jahren aus Ägypten. Im Römischen Reich vermischen sich Kulturen aus ganz Europa, dem Balkan und Nahen Osten bis nach Nordafrika. Im achten nachchristlichen Jahrhundert erobern Muslime aus Syrien die iberische Halbinsel. Einige Jahrhunderte später teilen Spanien und Portugal Südamerika unter sich auf. Europäische Invasoren kolonisieren Nordamerika. Mindestens zwölf Millionen Afrikaner werden dorthin zur Sklavenarbeit zwangsmigriert. Während der Französischen Revolution fliehen Tausende vor der Gewalt ins Ausland. Seit dem 19. Jahrhundert wandern Menschen aus Asien in die USA aus. Ende des gleichen Jahrhunderts »exportiert« Japan Arbeitsmigranten nach Taiwan, Indonesien und Brasilien. Zwischen 1850 und 1950 verlassen 55 Millionen Menschen Europa, um sich in den USA, Kanada oder Südamerika niederzulassen. Zwei Weltkriege ziehen mörderische Vertreibungen nach sich. 1937 fliehen 100 Millionen Chinesen vor den japanischen Truppen. Seit über 40 Jahren fliehen Menschen vor den Taliban aus Afghanistan. 2015 kommt etwas mehr als eine Million Geflüchtete vorwiegend aus Syrien nach Europa. Etwa die gleiche Zahl Menschen aus der Ukraine sucht derzeit Schutz in Deutschland. Unterwegs statt sesshaft Migration, freiwillig oder erzwungen, ist weder etwas Außergewöhnliches noch ein Problem. Es ist der Normalzustand in der Menschheitsgeschichte – überall auf der Welt und zu allen Zeiten. Globalisierung ist keine Erfindung der Neuzeit. Forschende und Vertriebene, Auswanderer, Schutzsuchende,

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