Franziskaner Mission 2 | 2026

Eine unserer Anforderungen ist es, Empathie für die Menschen zu zeigen, die wir betreuen und die sich in einer prekären Lage befinden. Unser Interesse und unser apostolisches Engagement für die Nöte der Migranten sind angesichts des Ausmaßes des Problems wohl gerechtfertigt. In unserer Arbeit geht es nicht nur um die Bereitstellung von Nahrung, Kleidung und Unterkunft. Unsere Maßnahmen reichen vom Begleiten und Zuhören über das Beten bis hin zur Verteilung von Lebensmitteln sowie Medikamenten und Hygieneartikeln. Außerdem geben wir Kleidung, Schuhe und Rucksäcke an Migrierende. In Guatemala ist die Franziskanische Familie in der Kommission »Migrantenpastoral« der Ordensleutekonferenz (CONFREGUA) aktiv. Wir erkennen Migration als ein gesellschaftliches Phänomen an. Guatemala ist sowohl Herkunftsland, Transitland, Ziel sowie seit 2026 von den USA zum sicheren Drittstaat erklärtes Abschiebungsland für Migrierende. Die Problematik für Migrierende hat sich seit einem Jahr verschärft, da die US-Regierung ihre Finanzmittel, insbesondere für UN-Organisationen, zurückgezogen hat. Diese hatten zuvor direkt Programme und Projekte der CAM (Centro de Atención Migrante, Migrantenhilfezentren) finanziert. Dies führte jetzt dazu, dass Unterkünfte für Familien geschlossen werden mussten, Hilfsprogramme für Flüchtende eingestellt wurden, Mittel für die Verpflegung wegfielen und – was am schwersten wiegt – 80 bis 90 Prozent des qualifizierten Fachpersonals entlassen wurden. TEXT: Gustavo Adolfo Monzón Escobar TSSF | FOTOS: picture alliance/dpa | David Peinado; picture alliance | John Lamparski Gelebte Nächstenliebe Migrantenpastoral in Guatemala Vor diesem Hintergrund haben wir die Betreuung von abgeschobenen Personen, zum Beispiel aus den USA und Mexiko, und Familien im Asylverfahren aus Zentral- und Südamerika priorisiert. Seit der durch die Politik der aktuellen US-Regierung ausgelösten Krise hat der Zustrom abgeschobener Migranten zugenommen und steigt täglich um 200 Prozent oder mehr. Derzeit nehmen wir jeden Tag durchschnittlich 25 Familien in Migrantenhilfezentren auf, dazu 200 bis 400 abgeschobene Einzelpersonen. Wir bearbeiten die Asylanträge derjenigen, die hier gestrandet sind und die nicht zurück in ihre Heimatländer können. 20

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