Hilfe für Familien Bei der Arbeit mit Flüchtenden konzentrieren wir uns darauf, Familien mit Kleinkindern und Kindern im schulpflichtigen Alter zu unterstützen. Denn die Kinder können sich nach der Anerkennung ihres Flüchtlingsstatus offiziell an einer öffentlichen Schule anmelden. Wir versorgen sie mit Nahrungsmitteln für die Schulverpflegung und mit Schulmaterial. Außerdem stellen wir Ihnen kleine Beutel mit Material für die Herstellung von Hygiene- und Reinigungsmitteln bereit. Damit soll auch der (Kleinst-)Unternehmergeist gefördert werden, insbesondere bei alleinerziehenden Müttern. Die Nachfrage ist groß. In der Regel befinden die Flüchtlinge sich in den Grenzgebieten und wenden sich an die CAM, um Unterstützung zu beantragen. Bei der Gruppe der Abgeschobenen, insbesondere bei Familien oder alleinerziehenden Müttern mit Kindern, ist der Ablauf wie folgt: Sobald wir die Informationen über ihre Ankunft am Flughafen erhalten, holen wir sie ab und bringen sie in eine Unterkunft, wo sie zwei oder drei Tage verbringen. Dort erhalten sie Grundversorgungsleistungen, psychologische Ersthilfe sowie eine medizinische Erstversorgung. Diese Woche kümmern wir uns hier vor Ort um den Fall einer jungen Frau (30) mit ihrem dreizehn Monate alten Kind, die ursprünglich aus New York stammt und Mitglied der Kirche San Romero in Rochester, New York, ist. Sie war wegen häuslicher Gewalt aus ihrer Heimat Guatemala geflohen und bereits schwanger, als sie auswanderte. Kurz vor der Entbindung schaffte sie es, in die USA zu gelangen. Doch sie wurde abgeschoben und hat nun Angst vor der Rückkehr in ihr Heimatdorf, aber sie hat keine Wahl. Sie ist sehr verängstigt. Wir bemühen uns um ihre Unterbringung in einer Notunterkunft und begleiten sie bei ihrer Rückkehr. Außerdem unterstützen wir sie bei der Wiedereingliederung, bei rechtlichen und beruflichen Angelegenheiten, bei der Suche nach einer dauerhaften Unterkunft und bei der Betreuung ihres Kindes. Beharrlichkeit und Geduld Oft ist es so, dass ich am Morgen nach den Sitzungen der Kommission in der Hauptstadt Guatemala um 6.30 Uhr den Bus nehme, um nach Hause in die abgelegenen Berge der MayaQuiché-Region im Westen Guatemalas zurückzukehren. Seit etwa einem Jahr begegne ich dann einer ganzen Gruppe von Abgeschobenen, meist jungen Erwachsenen, etwa 20 oder 30 an der Zahl, die nur einen kleinen Beutel mit ein paar Habseligkeiten bei sich haben. Manchmal haben sie auch Werbematerialien wie Tüten, T-Shirts, Mützen mit Werbedruck – die private Unternehmen, vor allem Banken, ihnen beim Verlassen des Flughafens »spenden« – sowie etwas zu essen dabei. Sie kommen ohne Geld und ohne Handy wieder in Guatemala an und können nicht mit ihren Familien kommunizieren. Nachdem sie die gründliche Kontrolle der Einwanderungsbehörde durchlaufen haben, erhalten sie mit staatlicher Unterstützung Geld, um eine Fahrkarte zu kaufen. Allerdings fährt der Bus nur einen Teil der Strecke mit einer offiziellen Fahrkarte. Und diese wird benötigt, damit eine Quittung ausgestellt werden kann. Vom Endpunkt bis zu ihren Gemeinden ist es ein langer Weg, und sie müssen selbst sehen, wie sie dorthin gelangen. Wenn der Bus in Quatro Caminos eine Zwischenpause einlegt, helfen wir den Menschen bei Telefonaten mit ihren Familien, bieten ihnen einen kleinen Imbiss an und unterstützen sie, wenn möglich, finanziell bei der Bezahlung der Fahrt in ihre Heimatgemeinden. Schwierig wird es, wenn der Bus erst nachts am Zielort ankommt. Zu dieser Uhrzeit gibt es keine Transportmöglichkeiten mehr in die Gemeinden. Es ist ziemlich traurig und frustrierend, den Menschen kein Abendessen und keine sichere und komfortable Unterkunft anbieten zu können. Man sieht ihre Unsicherheit und Angst, nicht zu wissen, wohin sie gehen sollen und wer sie dort aufnimmt oder unterstützt. Denn genau dann sind sie besonders gefährdet und schutzlos gegenüber Entführungen oder Missbrauch durch andere. Die Begleitung und Versorgung von Migranten, Flüchtlingen und Abgeschobenen ist eine Aufgabe, die wir seit mehreren Jahren als Freiwillige wahrnehmen. Unsere Motivation liegt darin, dass wir selbst Migranten waren und sind – sowohl Binnen- als auch Auslandsmigranten. Die Heilsgeschichte fordert uns auf, den Schwächsten beizustehen. Beharrlichkeit und Geduld bei der Begleitung sind unsere Verantwortung im humanitären Handeln und die Verpflichtung, die sich aus unserem Glauben ergibt. Der Autor Gustavo Adolfo Monzón Escobar gehört dem Dritten Franziskanischen Orden an und ist Mitglied der Bischofskommission für Migration (Comisión Episcopal por la Migración / CIM – CONFREGUA). Übersetzung aus dem Spanischen: Márcia Santos Sant’Ana Die 11-jährige Elizabeth in der Notunterkunft »El buen samaritano« (Der gute Samariter) an der mexikanischen Grenzen zur USA: Elizabeth hat ihre Heimat Guatemala 2025, zusammen mit ihrer Mutter und zwei kleinen Geschwistern, verlassen. Diese Migranten, vor allem aus Nicaragua, El Salvador, Peru und Guatemala, werden von der US-Grenzpolizei festgenommen. 21
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