Franziskaner Mission 2 | 2026

Jean Eric Mutabazi ofm beim Besuch einer Gruppe von Flüchtenden in Kigeme, Ruanda Viele afrikanische Länder leiden seit Jahren unter Bürgerkriegen und politischen Auseinandersetzungen. Ursache sind hauptsächlich ethnische, religiöse oder politische Konflikte, die seit Langem den afrikanischen Kontinent prägen. Folgen dieses Blutvergießens sind Flucht, Obdachlosigkeit, Armut, Hunger, Analphabetismus, Krankheiten und vieles mehr. Gottseidank haben eine Reihe afrikanischer Länder Flüchtlingen Zuflucht, Sicherheit und Schutz angeboten. Auch Ruanda hat nach dem tragischen Genozid von 1994 viele Flüchtlinge, die vor Konflikten in ganz Zentralafrika fliehen mussten, aufgenommen. Dazu kommen die einzigartigen Integrationsbemühungen Ruandas und die wichtige Rolle der Franziskaner bei der Wiederherstellung von Würde und einer sicheren Zukunft für Menschen, die alles verloren haben. Anfang 2024 bot Ruanda etwa 135.000 Flüchtlingen und Asylsuchenden ein Zuhause. Die überwiegende Mehrheit kommt aus der Demokratischen Republik Kongo (DRK) und aus Burundi, aber auch aus Eritrea, Somalia und Südsudan. Viele der Menschen haben oft nur noch ihre Kleider am Leib. Die Gründe für ihre Flucht sind erschütternd: Im Osten der DRK haben anhaltende Gewalt durch bewaffnete Gruppen und ethnische Verfolgung Generationen entwurzelt. In Burundi hat politische Instabilität Familien über die Grenze getrieben. Sie alle suchen Zuflucht in Ruanda – nicht nur wegen der geografischen Nähe, sondern auch wegen der Sicherheit, die das Land bietet. Und dazu gehört die fortschrittliche »Open Door«- Politik, die Flüchtlingen Arbeit und Zugang zu nationalen Gesundheits- und Bildungssystemen ermöglicht. Leben in Camps Während viele Flüchtlinge versuchen, sich in Städten anzusiedeln, um Arbeit zu finden, lebt die Mehrheit weiterhin in sechs großen Lagern, die im Land verstreut sind. Im Osten liegt »Mahama«, das größte Lager mit über 63.000 Flüchtlingen. »Kiziba« ist eines der ältesten Lager. Es wurde bereits 1996 gegründet und beherbergt etwa 15.000 Flüchtlinge. In der Südprovinz liegt »Kigeme«, in dem circa 14.500 Menschen untergebracht sind. »Mugombwa« beherbergt 11.500 Flüchtlinge. In »Gatsibo« werden etwa 12.000 Bewohner unterstützt. Und nach dem kürzlichen Ausbau werden in »Giheme« jetzt über 10.000 Überlebende eines Konflikts betreut. Das Leben in den Camps ist eine ständige Herausforderung: wegen eingeschränkter Rechte, begrenzter Arbeitsmöglichkeiten und unzureichenden Wohnraums. Ein friedliches Zusammenleben ist nicht immer selbstverständlich. Das Leben bleibt ein täglicher Überlebenskampf. TEXT UND FOTOS: Jean Eric Mutabazi ofm Im Land der 1000 Hügel Hoffnung für Geflüchtete in Ruanda 28 | 29

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