Franziskaner Mission 3 | 2026

Meine Erfahrung in Deutschland, insbesondere in der Franziskaner Mission und im Franziskanerkloster in Dortmund, war eine dieser Erfahrungen, die auch nach meiner Rückkehr in meine Heimat Brasilien weiterwirken. Gerade dort wurde mir bewusst, dass die Bruderschaft nicht nur ein Ort des Zusammenlebens ist, sondern ein Ort, an dem das Evangelium lebendig wird und aus der Mission erwächst. In einer Welt, die von Individualismus, Einsamkeit und Zersplitterung geprägt ist, bedeutet Franziskaner zu sein, Zeugnis davon abzulegen, dass der andere kein Fremder, sondern ein Bruder ist. Wahre Barmherzigkeit Nach meinem Aufenthalt in Deutschland ging die Reise weiter nach Assisi in Italien. Die Hinwendung zu den Quellen des franziskanischen Charismas gab mir die Gelegenheit, mich daran zu erinnern, dass Franziskus seinen Weg nicht aus einem persönlichen Vorhaben heraus begann, sondern aus dem Wirken Gottes. In seinem Testament bekräftigt er: »Der Herr hat mir Brüder geschenkt.« Das heißt, Geschwister zu haben ist ein Geschenk Gottes und nicht irgendjemand, den wir nach unseren Vorlieben auswählen. Dieses Verständnis verändert unser Bild von Geschwisterlichkeit. Wir sind aufgerufen, den anderen mit seiner Geschichte, mit seinen Grenzen, Schwächen und Gaben anzunehmen. Der Bruder oder die Schwester, der oder die Fehler macht, bleibt weiterhin ein Bruder oder eine Schwester; jemand, der SchwierigTEXT UND FOTOS: Jardiel Sousa Silva ofm Die internationale Franziskanergruppe mit jungen Brüdern in Assisi Es gibt Reisen, die uns an reale Orte führen; andere führen uns zu unserem Innersten. Es gibt Begegnungen, bei denen wir Menschen kennenlernen; andere helfen uns zu erkennen, dass hinter den Unterschieden in Sprache, Kultur und Geschichte dieselbe Berufung steht, die uns verbindet. Wie wird unsere Berufung sichtbar und wie wollen wir Franziskaner in Zukunft unsere Geschwisterlichkeit gestalten? Zurück zu den Quellen Geschwisterlichkeit, Barmherzigkeit und Mission

RkJQdWJsaXNoZXIy NDQ1NDk=