Im Land des Herrn | 79. Jahrgang | 2025 - 3

12 3/2025 ir bleiben noch wie im letzten Artikel unserer Reihe in der Familie des großen Abraham. Wir beschäftigen uns mit seinen Enkeln Esau und Jakob, den Söhnen des Isaak und der Rebekka, die für die biblischen Schriftsteller die Linie der Verheißung fortsetzten, während Ismael, der erste Sohn Abrahams, auf einen theologischen Nebenweg geraten ist und als „Sohn der Sklavin Hagar“ nur geringe Wertschätzung erfahren hat. – Wir werden übrigens, wenn wir uns Esau und Jakob näher ansehen, auf Motive stoßen, die wir schon kennen: wieder einmal geht es um Geschwister-Rivalität, und wieder treten unfruchtbare Frauen in Erscheinung, die ihrem Mann eine Magd zuführen, um durch sie Mutter zu werden. – Aber setzen wir bei dem Ehepaar an, das wir im letzten Heft ausführlich vorgestellt haben: bei Isaak und Rebekka. Eine dramatische Geburt Der biblische Text sagt über sie: „Isaak betete zum Herrn für seine Frau, denn sie war kinderlos geblieben. Und der Herr ließ sich von ihm erbitten. Als Rebekka schwanger war, stießen die Söhne einander im Mutterleib. Da ging Rebekka zum Herrn, um ihn darüber zu befragen. Und Gott gab ihr diese Antwort: Zwei Völker sind in deinem Leib ... Ein Stamm ist dem anderen überlegen. Der ältere muss dem jüngeren dienen. – Als Rebekka niederkam, zeigte es sich, dass sie Zwillinge im Leib trug. Der erste, der geboren wurde, war rötlich und mit Haaren bedeckt wie mit einem Fell. Man nannte ihn Esau. Darauf kam sein Bruder. Seine Hand hielt die Ferse Esaus fest. Man nannte ihn Jakob. – Isaak aber war 60 Jahre alt, als sie geboren wurden“ (vgl. Gen 25,19–26). An dieser knappen Erzählung ist einiges bemerkenswert. Wieder haben wir einen Umstand, den wir schon gut kennen. Ein bedeutender Mann (ein „Gottesmann“) verdankt nach biblischer Vorstellung sein Dasein nicht einfach seinen Eltern und ihren „biologischen Möglichkeiten“ (das Johannesevangelium wird später vom „Willen des Fleisches und dem Wollen des Mannes“ sprechen), sondern es geht auf einen ausdrücklichen Beschluss GotAbraham, Isaak und Jakob, Mosaike im Linzer Dom Biblische Gestalten Esau und Jakob Sigfried Grän OFM W

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