3/2025 23 ten können. Auf der linken (Nord-)Seite öffnet sich ein Bogen zur besagten Heiliggrabkapelle. Diese Öffnung ist nicht ursprünglich, erst 1868 wurde dieser Zugang geschaffen, um das Grab sichtbarer zu machen, leidet doch die ganze Anlage am fehlenden Platz. Für einen Fotografen ist es unmöglich, die ganze Anlage aufzunehmen, darum soll an dieser Stelle die Skizze aus Dalmans Buch stehen. Wie in der Skizze und im nächsten Bild ersichtlich, öffnet sich dem Besucher das Grab von der Seite und gibt die Sicht auf die Grabbank, die später auch als Altar genutzte obere Platte, und ein Relief der Auferstehung Christi frei. Schon der Stifter Fogger (er wird später Pfarrer in Bellenberg) lässt die Anlage „zu Ehr der glorwirdigen Auferstehung Christi“ weihen. Bei seinem Besuch der Grabeskirche in Jerusalem war er besonders vom Golgothafelsen beeindruckt und schreibt: „… Gott der Allmächtige leihe mir und allen Rechtgläubigen eine fröhliche Auferstehung. Amen. Anno Domini 1611…“ Das findet seinen Ausdruck in einem Sandsteinrelief über der Grabbank, also wieder ähnlich der Grabkapelle in Jerusalem: der Auferstandene, Engel, Wächter und die Frauen am Grab sowie die immer wieder an Hl. Gräbern zitierte Stelle aus dem Buch Jesaja (11,10), die früher so übersetzt wurde: „Sein Grab wird prächtig sein“. Im 19. Jahrhundert wurde mit der Öffnung des Heiligen Grabes zur Kirche hin die Anlage leichter begehbar und verständlich, dafür wurde die Anlage der zwei Räume – Engelskapelle und der eigentliche Grabraum wie in Jerusalem – aufgegeben. Darum liegt der „Engelsstein“ heute etwas gegenstandslos an der Grabnische – früher lag er wirklich im Teil der „Engelskapelle“. Rechts und links sind zwei große, hölzerne Wächterfiguren angeordnet. Diese Figuren sind erst vor gut hundert Jahren aus dem Kunsthandel erworben worden, aber fügen sich gut in den Raum ein. Gustav Dalman, der Laupheim im Jahre 1916 besuchte, schreibt dann über die Grabesnische: „Man sagte mir, der ohne Platte 2 m lange, 80 cm breite und mit Platte 71 cm hohe Grabaltar wäre ursprünglich an der Vorderseite geschlossen gewesen. Als man sie öffnete, fand sich darin ein Glasbehälter mit Feuerstein und Holz, jedenfalls palästinischen Reliquien.“ Heute befindet sich in dieser Grabnische eine Figur des toten Heilands, die in den Ostertagen auch zu sehen ist. Die Platte darüber birgt noch eine weitere interessante Sache: wie in der Marmorplatte in Jerusalem, sieht man auch hier ein „Sprung“. Diese Kleinigkeit deutet darauf Heiliggrabkapelle im Norden der Leonhardskapelle Skizze aus Dalmans Buch, Seite 106, Bibliothek des Kommissariates München Heilige Grab in Laupheim Heilige Grab in Laupheim
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