Im Land des Herrn | 79. Jahrgang | 2025 - 3

30 3/2025 IM LAND DES HERRN tinitschen Basilika. Dies zeigt, dass an die Stelle einer juden-christlichen Gemeinde eine heidenchristliche getreten war, d. h., Heiden, die zum Christentum konvertiert waren. Trotzdem blieb die Stadt in der byzantinischen Zeit überwiegend jüdisch. In der Tat wurden die Ruinen einer beeindruckenden Synagoge aus dem 5. Jahrhundert gefunden. Die Tatsache, dass Sepphoris nahe bei Nazaret liegt, legt eine Verbindung der Familie Jesu zu der Stadt nahe, auch wenn sie im Neuen Testament nicht erwähnt wird. Dies wird bestätigt durch das, was der Pilger von Piacenza im Jahr 570 schreibt: „Wir kamen am Rand von Galiläa nach Diocäsarea, wo wir Reliquien der hl. Maria fanden. Hier gibt es auch den Sitz, auf dem sie saß, als der Engel zu ihr kam.“ Nach dem Protoevangelium des Jakobus saß Maria und webte, als der Erzengel Gabriel zum zweiten Mal zu ihr kam – er war ihr, nach jenem Text, bereits erschienen, und zwar bei der Quelle von Nazaret, dort, wo heute die griechisch-orthodoxe Gabrielskirche steht. Wenn also diese Reliquie von Nazaret in die größere und wichtigere Stadt Sepphoris gebracht wurde, deutet dies auf eine Verbindung der beiden Orte hin. So wird erklärbar, wie die Kreuzfahrertradition entstanden ist, dass die Familie Mariens aus Sepphoris kam. Anna, die Mutter Mariens Da die Kirche in Sepphoris der hl. Anna geweiht ist, wollen wir uns etwas dieser sympathischen Heiligen widmen, die der verstorbene Papst Franziskus, zusammen mit dem hl. Joachim, als Vorbild für alle Großeltern herausgestellt hat. Nach apokrypher Tradition sei Anna aus einer levitischen Familie, ihre Schwester Ismeria sei die Mutter Elisabets, also die Großmutter von Johannes d. Täufer. Sie war mit Joachim, einem reichen Priester, verheiratet, aber sie blieben kinderlos. Da dies in der biblischen Welt eine Schande war, sei Joachim nach zwanzig Jahren öffentlich Griechisch-orthodoxe Gabrielskirche in Nazaret

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