3/2025 35 bracht. Die Dachterrasse gewährt eine gute Aussicht auf Sepphoris und die Umgebung. An der Nordflanke des Berges ist das halbrunde Theater angelegt, das etwa 4.000 Zuschauern Platz bot; es wurde allem Anschein nach von Herodes Antipas erbaut. Man fand ferner ausgedehnte Wohnviertel an der Westseite des Hügels. Im Pinienwäldchen an der Südflanke liegen die spärlichen Reste des arabischen Dorfes Saffurije und seines Friedhofes. Unterhalb der Annakirche, im Talgrund, sieht man einen kleinen Bau mit blauer Kuppel. Verehrte die örtliche Überlieferung in diesem Grabmal aus der Römerzeit das Grab der Töchter Jakobs, sah die jüdische Tradition hier das Grab von Jehuda ha-Nasi (hebr. „Juda, der Fürst“, 165–217 n. Chr.). Er hat die Mischna verfasst, genauer gesagt hat er die mündlichen Traditionen, die dieser wichtigsten und ersten jüdischen nachbiblischen Gesetzessammlung zugrunde liegen, schriftlich zusammengestellt. Dass es dazu in Bet Schearim eine konkurrierende Überlieferung gibt, störte den frommen Juden ebensowenig wie den frommen Christen die Doppelüberlieferung über die hl. Anna. Heute ist die Annahme mehr verbreitet, hier ruhe Jehuda Nessia (dieser aramäische Name bedeutet ebenfalls „Juda, der Fürst“), der Enkel von Jehuda ha-Nasi. Um die Grabanlage herum befand sich wohl in talmudischer bzw. byzantinischer Zeit der jüdische Friedhof, von dem kaum mehr etwas zu erkennen ist. In einer Höhle wird auch das Grab der Frau von Jehuda ha-Nasi gezeigt. Mona Lisa von Sepphoris © G. Klaus Ansicht der Grabanlage von der Anna-Kirche aus und Inneres Nationalpark Sepphoris Nationalpark Sepphoris
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