6 3/2025 IM LAND DES HERRN gewalt Zuflucht auf ihrem Land, in der Hoffnung, dass bald eine für alle bessere Lösung gefunden werden kann. Für Pfarrer Fawadleh herrscht „Stufe vier“ der immer hemmungsloseren Gewalt. Zuerst griffen die Siedler die Bewohner bei der Olivenernte an. Dann trieben sie ihr Vieh durch die Stadt, für den Pfarrer ein eindeutiger (und erfolgreicher) Versuch, Angst und Schrecken zu verbreiten. Dann wurden Brände in den Feldern entlang des Friedhofs und der historischen Georgskirche gelegt. Sie konnten gelöscht werden, ohne dass materieller Schaden entstand. Es folgten angezündete Autos und Hassgraffiti. Systematisch seien die Angriffe der Siedler, warnte der lateinische Pfarrer zusammen mit seinen griechisch-orthodoxen und melkitischen Amtskollegen. Als nächstes, befürchtet Fawadleh, könnten „Häuser brennen und Menschen sterben“. In den Nachbardörfern Kafr Malik und Al-Mazraa al-Scharkija, die beide kaum 4 km Luftlinie von Taybe liegen, wurden zuletzt insgesamt fünf junge Palästinenser von Siedlern getötet. Das alles löst einen „ständigen Auswanderungsstrom“ von Dutzenden Familien jährlich aus, so der Pfarrer. Langsam verfallende Häuser in der Altstadt erzählen davon. Ein stiller Aderlass, sagt Fawadleh, der Angst davor hat, dass das Dorf ein versteinerter Zeuge einer ausgelöschten christlichen Existenz statt Hass-Graffiti von jüdischen Siedlern in der Ortschaft © Andrea Krogmann Sperranlage an einer Siedlung, hier im Bild in Hebron
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