Im Land des Herrn | 79. Jahrgang | 2025 - 3

IM LAND DES HERRN 8 3/2025 sische Lieblingsheilige. Vielleicht auch, weil er in der im Heiligen Land gepflegten Personalunion mit der muslimischen Figur von Al Khader, einem mystischen Begleiter Moses im Koran, eine geistig-geistliche christlichmuslimische Koexistenz ermöglicht und die gemeinsamen Wurzeln über das Trennende stellt. Auch Charles de Foucauld, der Taybe 1888 und 1897 besuchte, hat den Muslimen eine besondere Hochachtung entgegengebracht. Das Haus und die Kapelle, die dem unlängst Heiliggesprochenen in Taybe als physisches Dach und spirituelle Heimat dienten, können ebenfalls besichtigt werden wie die Reste einer Kreuzfahrerburg aus dem 12. Jahrhundert. Eine neuere Sehenswürdigkeit, die 2004 gegründete „Friedenslampeninitiative“ musste aufgrund der Lage zwischenzeitlich gestoppt werden. Die Pfarrei arbeite daran, so schnell wie möglich wiederzueröffnen, sagt Baschar Fawadleh. Dann können Besucher wieder eine der kleinen Öllämpchen aus Keramik in Taubenform aus Taybe mitbringen, die Christen auf der ganzen Welt im Gebet für den Frieden im Heiligen Land und im Nahen Osten vereinen sollen. Wem nach dem Bummel durch Taybe christliche Vergangenheit und Gegenwart der Sinn nach einer erfrischenden Pause steht, der kann von der Altstadt ein Stück in nordwestlicher Richtung den Hügel herunterspazieren, bis ein linsensuppenähnlicher Geruch ihm die Nähe zu den Braukesseln der „Taybeh Brewery“ verrät. Seit 30 Jahren braut hier Nadim Khoury Bier nach deutschem Reinheitsgebot. „Schmecke die Revolution“, heißt es auf den Werbeplakaten für das palästinensische Bier, dass für die muslimischen Nachbarn auch in einer alkoholfreien Variante daherBierproduktion im Dorf © Andrea Krogmann

RkJQdWJsaXNoZXIy NDQ1NDk=