1/2026 15 as Heiligtum schmiegt sich an einen Hügel, die Büros des Vereins Pro Terra Sancta (ATS – Assoziazione Terra Sancta) ihrerseits an das Heiligtum. In den Büros herrscht reges Treiben. Der kleine gewölbte Raum, in dem Maisa und Saida arbeiten, verströmt einen moschusartigen Duft. Die beiden Frauen aus Al-Ezarije sind bei der ATS angestellt. Das Johannes-Evangelium berichtet, dass Maria Jesus bei einem seiner Besuche in Betanien die Füße mit einem echten, kostbaren Nardenöl salbte (Joh 12,3). „Da dieser Ort von der christlichen Tradition mit der Weiblichkeit, der Freundschaft und der Gastfreundschaft assoziiert wurde, wollten wir die Frauen in Al-Ezarije, unterstützen, indem wir ihnen in dieser schwierigen Zeit Vollzeitjobs anbieten“, erzählt Alessia Hamdan, Projektkoordinatorin der ATS in Betanien. Al-Ezarijea liegt 4 km von Jerusalem entfernt, aber auf der anderen Seite der Trennmauer, leidet also unter den wirtschaftlichen Folgen des Krieges. „Meinem Mann wurde seine Arbeitserlaubnis in Israel entzogen. Wir haben vier Kinder. Für mich war es wichtig, meine Familie zu unterstützen“, ergänzt Saida, 41 Jahre alt, die zum ersten Mal einer Arbeit außer Haus nachgeht. Maisa und sie sind Musliminnen. Auch wenn ihre Tätigkeit etwas monoton ist, betonen sie, dass „es schön ist, unsere eigene Kultur mit Leben zu füllen“. Das Verständnis von einer Entwicklung, die in der Tradition und der Unterstützung lokaler Gemeinschaften verankert ist, ist wesentlich für „Pro Terra Sancta“ – ein Besuch in Betanien Cécile Lemoine D „Pro Terra Sancta“ ist eine NGO (Nicht-Regierungs-Organisation), die im Auftrag der Kustodie an verschiedenen Plätzen im Heiligen Land arbeitet. Wir haben früher schon von verschiedenen Projekten berichtet, zum Beispiel vom Mosaikzentrum in Jericho oder von den Gästehäusern und Keramikzentren in Sebaste und Nisf Jubeil. In Betanien hat sich die Organisation die Restaurierung der vernachlässigten archäologischen Schätze des Heiligtums zum Ziel gesetzt. Immer arbeitet die Organisation mit Menschen vor Ort; anders könnte auch keine Identifizierung der Einwohner Betaniens mit ihrem Kulturerbe entstehen. Hier geht es wieder um ein Projekt, bei dem es um Gastfreundschaft und auch um die Würde der Frau geht – sehr passend für diesen Ort des Evangeliums. Das Heiligtum von Betanien (Franziskanischer Besitz rot eingekreist) aus der Vogelperspektive © ATS/Osama Hamdan
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